Zollpolitik illegal: Oberster Gerichtshof watscht Donald Trump ab

Von Johanna Haensel, Franziska Spiecker, Khang Mischke

Washington (USA) - US-Präsident Donald Trump (79) hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert.

Donald Trump (79) hat sich mit seiner aggressiven Zollpolitik wohl zu weit aus dem Fenster gewagt.
Donald Trump (79) hat sich mit seiner aggressiven Zollpolitik wohl zu weit aus dem Fenster gewagt.  © Evan Vucci/AP/dpa

Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhängen – darunter auch die Europäische Union.

Die Entscheidung fiel mit einer deutlichen Mehrheit von sechs zu drei der insgesamt neun Richterinnen und Richter.

Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps nun eine rechtliche Grundlage.

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Trumps Team hatte allerdings bereits angekündigt, im Falle einer Niederlage vor dem Gericht zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurückzugreifen, um die Zollpolitik des US-Präsidenten weiterhin durchsetzen zu können.

Zahlreiche Handelspartner der USA dürften nun also zwar auf Erleichterungen bei US-Zöllen hoffen. Ob diese langfristig tatsächlich kommen, ist aber unklar.

Donald Trump erleidet Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof: Was das bedeutet

Waren seine Zölle gegen diverse Staaten, auch gegen die Europäische Union, rechtens? Das Supreme Court findet nicht, dass dem so ist.
Waren seine Zölle gegen diverse Staaten, auch gegen die Europäische Union, rechtens? Das Supreme Court findet nicht, dass dem so ist.  © Susan Walsh/AP/dpa

Die Entscheidung schränkt präsidiale Befugnisse in der Handelspolitik, die Trump bislang für sich beansprucht hatte, stark ein. Die Richter stellten klar, dass das US-Parlament allein die Befugnis hat, Steuern und Zöllen zu erheben.

Das Notstandsgesetz ermächtige den Präsidenten zwar, bei nationalen Notlagen den Außenhandel zu regulieren, aber nicht zur Erhebung von Zöllen. Für Trump, der immer wieder betont, dass Zölle zu seinen Lieblingsinstrumenten zählen, ist das eine große Niederlage.

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat er Zölle gegen zahlreiche Länder verhängt, darunter auch gegen die EU-Staaten. Seine Regierung berief sich dabei auf den "International Emergency Economic Powers Act" (IEEPA).

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Das Gesetz aus dem Jahr 1977 besagt, dass ein Präsident im Krisenfall Dekrete erlassen kann, ohne den Kongress anrufen zu müssen. Trump argumentierte, ein dauerhaftes Ungleichgewicht im internationalen Handel gefährde die nationale Sicherheit und sah den Notstand im Land deshalb als erfüllt an.

Mehrere US-Unternehmen und Bundesstaaten zogen gegen diese Praxis vor Gericht. Untere Instanzen entschieden zu ihren Gunsten, doch Trump legte Berufung ein, sodass die Zölle zunächst bestehen blieben und das Verfahren schließlich vor dem Supreme Court landete.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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