Berlin - Grünen-Politikerin Ricarda Lang (32) hat zuletzt rund 40 Kilogramm abgenommen. Dabei veränderte sie nicht nur ihren Lebensstil, sondern hatte auch mit inneren Konflikten zu kämpfen.
"Ich war schon in meiner Jugendzeit eher pummelig und Sportunterricht war für mich der letzte Graus", berichtete Lang im Podcast "Glow Up Your Life" von Katja Burkhard (61). Themen wie Sport, Ernährung und Gesundheit seien für sie über Jahre "schmerzbehaftet, angstbehaftet und schambehaftet" gewesen.
So habe sie sich lange gar nicht damit beschäftigen wollen - und dafür für sich selbst noch weitere Gründe gefunden: "Nee, das machst du nicht, weil das wäre irgendwie unfeministisch. Oder: Du darfst dich ja selbst nicht auf deinen Körper reduzieren."
Als Verfechterin von Body Positivity seien in ihr beim Abnehmen immer wieder auch Selbstzweifel hochgekommen, verriet die 32-Jährige. "O Gott, verrate ich diese Frauen jetzt? Bin ich jetzt die Person, die Leuten das Gefühl gibt, sie hätten es nur dann geschafft, wenn sie abgenommen haben?"
Schließlich hätten ihr in der Vergangenheit viele Menschen geschrieben, dass sie sich von ihr repräsentiert fühlten. Genau daraus sei diese große Unsicherheit entstanden. "Enttäusche ich da Leute? Nehme ich vielleicht Leuten auch ein Vorbild?", habe sie sich gefragt.
Ricarda Lang: Immer noch gegen Diskriminierung
Dabei spricht sich Ricarda Lang heute wie damals gegen Diskriminierung dicker Menschen aus. "Dafür werbe ich übrigens immer noch!", stellte sie im Gespräch mit Katja Burkhard klar.
Bei ihr habe eben die Sorge um die eigene Gesundheit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wer sich um den eigenen Körper kümmere, sorge dafür, "dass der Körper auch in der Lage ist, ganz andere Lebenssituationen gut zu meistern".
Am Ende fielen die Reaktionen auf ihre Veränderung aber überwiegend unterstützend aus. "Ganz, ganz viele haben sich für mich gefreut", berichtete Ricarda Lang.
Einige hätten ihr sogar geschrieben: "Ey, das war ein Vorbild für mich!"