Ricarda Lang über digitale Gewalt: "Jeder kennt wahrscheinlich auch Täter"
Berlin - Im ntv-Talk "Blome & Pfeffer" ist eine hitzige Debatte über digitale Gewalt entbrannt. Ex-Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang (32), forderte deutlich strengere Gesetze – und sorgte mit klaren Worten für Widerspruch.
Lang machte deutlich, dass digitale Gewalt nicht erst im Internet beginne. Schon alltägliche Situationen, in denen Frauen sexualisiert würden, seien Teil des Problems. Ihr eindringlicher Appell: "Jeder kennt wahrscheinlich auch Täter."
"Aus Worten müssen Taten werden", betonte die Politikerin. Deutschland müsse raus aus einem Zustand, in dem Täter im Netz zu oft ungestraft davonkämen. Besonders Plattformen und deren Betreiber nahm sie in die Pflicht. Zudem mahnte sie ein Umdenken in der Gesellschaft an: "Die Scham muss die Seiten wechseln."
Für Kritik sorgte vor allem ihre Wortwahl. Journalist Nikolaus Blome (62) hielt den Begriff "Täterparadies" für überzogen. Dadurch entstehe ein verzerrtes Bild, als könnten Männer hierzulande tun, was sie wollten. Zwar unterstütze er strengere Gesetze, die Debatte gehe ihm aber stellenweise zu weit.
Unterstützung bekam Lang hingegen von Moderatorin Clara Pfeffer. Sie mahnte Blome, das Problem nicht kleinzureden. Auch Alterspräsident des Deutschen Bundestages, Gregor Gysi (78, Linke), betonte, Deutschland hinke bei der Gesetzgebung im Netz deutlich hinterher.
Hintergrund der Debatte sind schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen (50). Ihm wird vorgeworfen, Fake-Profile seiner Ex-Frau Collien Fernandes (44) erstellt zu haben. Für ihn gilt bislang die Unschuldsvermutung.
Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa
