Lommatzsch - Mit 29 Jahren wurde Anita Maaß (50, FDP) die jüngste Bürgermeisterin im Kreis Meißen, trat ihr Amt zeitgleich mit Ex-Kanzlerin Angela Merkel an. Seit 21 Jahren ist sie nun schon Oberhaupt der Stadt Lommatzsch. Am Wochenende holte sie im zweiten Wahlgang erneut den Wahlsieg (49,88 Prozent).
"Das Bürgermeisteramt ist für mich kein Job, sondern eine Berufung. Ich habe versucht, mich mit all dem, was mir möglich ist, in den Dienst der Stadt zu stellen", sagt die Kommunalpolitikerin, die 2021 bis 2025 auch Landesvorsitzende der FDP Sachsen war.
Hinzu kämen Werte wie Vertrauen und Verantwortung, aber auch Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. "Was ich sage, das stimmt, und ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann!"
Dennoch konnte sie ihre Position erst im zweiten Wahlgang behaupten. "Ich denke, das liegt an meiner Person. Ich vertrete eine klare Haltung und habe eine starke Führungsrolle, die ich für Themen genutzt habe, die mir wichtig sind", erklärt sie.
So sei sie durchaus umstritten gewesen - unter anderem auch wegen ihrer Entscheidung zum Terence-Hill-Freibad.
Erbmillionen von Hills Großcousin wollte sie nicht in eine Wiedereröffnung des seit 2010 geschlossenen Bades stecken.
Seit 21 Jahren regiert Anita Maaß in Lommatzsch
"Ich habe 2005 eine hoch verschuldete Stadt übernommen. Wenn man so will, sind wir nun mit Blick auf das nächste Haushaltsjahr rechnerisch schuldenfrei", erklärt sie freudig.
Zwar gäbe es noch 1,9 Millionen Euro Schulden für Investitionen im Abwasserbereich. Diese würden aber langfristig durch Gebühren refinanziert.
Einen Kredit von 460.000 Euro fürs Kulturhaus möchte sie im nächsten Jahr mit Geldern aus besagter Erbschaft ablösen. "Das ist eine gigantische Leistung und so ein Prozess geht natürlich nicht spurlos an allen Seiten vorbei", sagt sie mit Hinblick auf die politische Spaltung der Stadt.
Und so ist ein Ziel für ihre vierte Amtsperiode schon gesteckt: "Ich muss die Zusammenarbeit im Stadtrat verbessern. Am Ende holt das auch die Bürger ab", ist sich die Bürgermeisterin bewusst.
"Es geht in so einer Kleinstadt eben nicht um Parteien, sondern um eine Entwicklung einer Stadt, völlig unabhängig von Parteiprogrammatik. Es geht darum, für die Stadt, die Gemeinschaft und die Bürger das Beste rauszuholen."