Wegen hoher Corona-Zahlen: Gibt es im Erzgebirge bald nächtliche Ausgangssperren?

Annaberg-Buchholz - Angesichts der anhaltend hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen hat sich der Landrat des Erzgebirgskreises offen für nächtliche Ausgangssperren gezeigt. Es sei aber nicht sinnvoll, einen solchen Schritt nur für seinen Landkreis zu gehen - vielmehr müsse dies sachsenweit diskutiert werden, sagte Frank Vogel (63, CDU) am Donnerstag vor Journalisten in Annaberg-Buchholz.

Landrat Frank Vogel (63, CDU) ist offen für nächtliche Ausgangssperren, nicht nur in seinem Landkreis.
Landrat Frank Vogel (63, CDU) ist offen für nächtliche Ausgangssperren, nicht nur in seinem Landkreis.  © Uwe Meinhold

Allerdings seien schon jetzt wegen geschlossener Restaurants und Freizeiteinrichtungen nach 21.00 Uhr nach seiner Erfahrung keine größeren Menschenmassen unterwegs. Treffen könnte eine Sperre etwa einzelne Geschäfte und Tankstellen. 

"Realistisch betrachtet müsste man dann eine generelle Ausgangssperre aussprechen", sagte Vogel. "Ich glaube, dass das keiner will."

Der Erzgebirgskreis gilt seit Wochen als einer der Corona-Hotspots in Sachsen (TAG24 berichtete). Mehr als jeder vierte der mehr als 400 Todesfälle im Freistaat im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion entfällt auf diesen Landkreis.

Nach Angaben des Landratsamtes ist zuletzt die Dynamik des Infektionsgeschehens etwas abgeflacht. In der vergangenen Woche wurden im Schnitt 176 Neuinfektionen pro Tag bestätigt. Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz wurde am Donnerstag mit 229,3 angegeben.

Deutlich zugenommen hat in der Region allerdings die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern: Seit Monatsbeginn um 42 Prozent auf inzwischen mehr als 200.

Die Situation sei angespannt, auch wegen Infektionen und Ausfällen beim Pflegepersonal selbst, erklärte Vogel.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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