Hausbesuch bei Erzgebirgs-Ikone Marianne Martin: So feiert sie Weihnachten

Thalheim - Die Sendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" mit Marianne Martin (87) gehörte für viele Sachsen 28 Jahre lang zum liebgewordenen Weihnachtsritual. Doch wie verbringt eigentlich die Ur-Erzgebirgerin die Adventszeit und den Heiligabend? TAG24 besuchte die Thalheimerin zu Hause und plauderte über Traditionen und Zeitnot, Erinnerungen und große Wünsche.

In einem dicken Fotoalbum bewahrt Marianne Martin (87) die Erinnerungen an ihre Sendung.
In einem dicken Fotoalbum bewahrt Marianne Martin (87) die Erinnerungen an ihre Sendung.  © Kristin Schmidt

Lichterbögen am Fenster, die Weihnachtskrippe auf dem Tisch, Bergmann und Engel und viele kleine Weihnachtssterne - so hat die Weihnachts-Ikone des Erzgebirges ihre kleine Dachgeschosswohnung geschmückt.

"So bleibt es bis Lichtmess im Februar. Die Nussknacker sind noch verpackt, weil ich ständig unterwegs war", erzählt die Moderatorin.

Weil offizielle Verabschiedungen 2020 ausgefallen waren, wird jetzt einiges nachgeholt. Zuletzt bei den Bergsängern von Geyer. "Die Kirche war gestoppt voll."

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Solange Marianne Martin das Erzgebirge ins MDR-Fernsehen holte, schaute sie sich am Heiligabend ab 16.30 Uhr jedes Mal selbst dabei zu.

Mit kritischem Blick: "Die Sendungen wurden im November aufgezeichnet. Und ich musste doch sehen, wo ich noch was besser machen konnte."

Wenn ihr ein Reim einfällt, bringt ihn Marianne Martin meist am Küchentisch zu Papier. Mehr als 50 Gedichte hat sie schon geschrieben.
Wenn ihr ein Reim einfällt, bringt ihn Marianne Martin meist am Küchentisch zu Papier. Mehr als 50 Gedichte hat sie schon geschrieben.  © Kristin Schmidt

Zeitnot im Advent: "Dass ich mal selber Stollen backen konnte, war die Ausnahme"

Marianne Martin sprach mitRedakteurin Mandy Schneider (51) darüber, wie sie zu Hause Weihnachten feiert.
Marianne Martin sprach mitRedakteurin Mandy Schneider (51) darüber, wie sie zu Hause Weihnachten feiert.  © Kristin Schmidt

Für das anschließende Festessen war gute Organisation alles: "Wenn sich die Familie bei uns versammelte, gehörte das Neinerlaa mit selbstgemachten Klößen, Rotkraut, Gans, Linsen, Bratwurst und Heidelbeer-Kompott dazu. Das musste gut vorbereitet werden", erinnert sich Marianne Martin.

Für einen beschaulichen Advent blieb vorher wenig Zeit: "Dafür hatte ich zu viele Auftritte, bis zu 80 im Jahr. Dass ich mal selber Stollen backen konnte, war die Ausnahme."

Mittlerweile trifft sich die Familie bei Sohn Thomas (63). "Da düs' ich mit meinem Pfützenhopper (gemeint ist ein Smart, d. Red.) los, rüber nach Günsdorf und lass' mich bekochen. Schlag sechs wird gegessen und danach beschert."

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Anstelle der eigenen Weihnachtssendung steht nun die von Nachfolger Florian Stölzel (28) auf dem Programm: "Der Florian macht seine Sache gut."

Die Krippe mit den geschnitzten Figuren gehört für die Moderatorin zum liebsten Weihnachtsschmuck.
Die Krippe mit den geschnitzten Figuren gehört für die Moderatorin zum liebsten Weihnachtsschmuck.  © Kristin Schmidt

In der Zeit des großen Schenkens sieht sich Marianne Martin überreich bedacht: "Mir wurde eine Gabe geschenkt, dass ich andere Menschen erfreuen kann. Dafür bin ich dankbar und gebe etwas zurück, wo es mir möglich ist."

Einen persönlichen Wunsch gibt es doch: "Ich würde gern meine liebe Carolin Reiber (82) noch einmal treffen. Wir haben uns immer verstanden, als wären wir Zwillinge."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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