ÖPNV in Hessen hat Geld-Problem: Müssen Auto-Fahrer und Unternehmen blechen?

Frankfurt am Main/Kassel - Das neue bundesweit gültige Nahverkehrs-Ticket soll den bisherigen Plänen zufolge ab April erhältlich sein. Die Vorbereitungen darauf laufen auch in Hessen auf Hochtouren. Doch der ÖPNV in dem Bundesland hat darüber hinaus ein gewaltiges Geld-Problem, müssen Auto-Fahrer und Unternehmen bald zur Finanzierung beitragen?

Eine U-Bahn hält an der Station "Hauptwache" in Frankfurt am Main - die Vorbereitungen für die Einführung des 49-Euro-Tickets in Hessen laufen auf Hochtouren.
Eine U-Bahn hält an der Station "Hauptwache" in Frankfurt am Main - die Vorbereitungen für die Einführung des 49-Euro-Tickets in Hessen laufen auf Hochtouren.  © Hannes P. Albert/dpa

Das gelte etwa für die Vertriebskanäle, auf denen die Kunden an das Ticket gelangen können, erklärt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Bundesweit laufe zudem die Abstimmung über einheitliche Tarifbestimmungen.

Das neue Ticket soll pro Monat 49 Euro kosten. Der Starttermin ist allerdings noch nicht endgültig festgelegt.

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Für den RMV sei dank der Finanzierungszusagen von Bund und Ländern zwar der Status Quo gesichert, größere Fahrplan-Ausweitungen und neue Projekte müssten aber warten, sagte Geschäftsführer Knut Ringat.

Zumindest die kommenden zwei Jahre müsse der Verbund unabhängig vom Deutschlandticket den Gürtel enger schnallen.

Hintergrund seien die massiv gestiegenen Kosten - alleine 2022 schlügen die Energiemehrkosten mit rund 50 Millionen Euro zusätzlich zu Buche.

Verkehrswissenschaftler wirft Frage nach Nutznießer-Finanzierung auf

Offene Fragen sieht auch der Kasseler Verkehrswissenschaftler Carsten Sommer mit Blick in die Zukunft: "Was den Angebotsausbau betrifft, der ja auch das politische Ziel auf Landes- und Bundesebene ist und von dem eigentlich alle sprechen im Zuge der Verkehrswende und der Klimaschutzziele, da reicht die Finanzierung nicht aus."

Hier bleibe nur, dass die Politik mehr Geld gebe oder es würden neue Quellen aufgetan - etwa über eine Nutznießer-Finanzierung, zu der auch Unternehmen oder Auto-Fahrer herangezogen würden.

Titelfoto: Hannes P. Albert/dpa

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