Einjähriger stirbt nach grausamer Erkrankung: Wie sein Vater reagiert, ist herzzerreißend

Darmstadt - Abdul-Aleem Malik (31) musste wohl das Tragischste durchmachen, was Eltern nur widerfahren kann. Er verlor seinen Sohn an eine heimtückische und tödliche Krankheit. Doch anstatt seinen Lebensmut zu verlieren, hat sich der verwaiste Vater Großes vorgenommen, um etwas zurückzugeben.

Abdul-Aleem Malik (31) aus Darmstadt hat eine große Mission vor sich.
Abdul-Aleem Malik (31) aus Darmstadt hat eine große Mission vor sich.

Im Jahr 2021 wurden Malik und seine Frau Aylin aus dem südhessischen Darmstadt nach vier Jahren Ehe mit dem ersten gemeinsamen Kind gesegnet. Ihr Glück hätte kaum größer sein können. Jedoch wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte.

Der kleine Ibrahim-Kalil kam mit einer gravierenden und äußerst seltenen Stoffwechselerkrankung zur Welt. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Junge nicht lange zu leben habe. Nach etlichen Wochen auf der Intensivstation hatten seine Eltern nur einen Wunsch - den Jungen in seinen letzten Monaten zu Hause zu haben, um auch den Rest seiner Familie kennenzulernen.

Möglich machte dies das Kinder-Palliativteam Südhessen, welches die Familie Malik intensiv betreute und somit dafür sorgte, dass das Dreiergespann zumindest ein Stück weit Normalität leben konnte. Laut Malik seien dadurch "wunderschöne Momente und Erinnerungen" entstanden, die es während eines Klinikaufenthalts niemals gegeben hätte.

Polizei stoppt Transporter-Fahrer an Raststätte: Was er zuvor plante, war riskant
Hessen Polizei stoppt Transporter-Fahrer an Raststätte: Was er zuvor plante, war riskant

Im Spätsommer 2022, nach einem nur ein Jahr und etwa drei Monate andauernden Leben, mussten die Eltern endgültig Abschied von Ibrahim-Kalil nehmen.

Um seiner zu gedenken, aber auch um den fürsorglichen und stets einsatzbereiten Helfern etwas zurückzugeben, kam Abdul-Aleem auf eine ganz spezielle Idee.

5000-Kilometer-Reise mit Fahrrad nach Mekka: Abdul-Aleem Malik will mindestens 70.000 Euro sammeln

Ein Schnappschuss aus glücklicheren Tagen. Nur etwas mehr als ein Jahr lang durfte die kleine Familie beisammenbleiben.
Ein Schnappschuss aus glücklicheren Tagen. Nur etwas mehr als ein Jahr lang durfte die kleine Familie beisammenbleiben.

Mit dem Fahrrad will der 31-Jährige vom Grab seines Sohnes auf dem Darmstädter Waldfriedhof eine rund 5000 Kilometer lange Pilgerfahrt nach Mekka (Saudi-Arabien) unternehmen - mit dem Fahrrad. Dabei will er mindestens 70.000 Euro für die Helfer sammeln.

Seine ungewöhnliche Reise trat der hauptberuflich als Client Manager tätige, gläubige Muslim bereits am 20. April an. Sein angepeiltes Tagespensum seien eigenen Angaben nach um die 150 bis 200 Kilometer. Wie seine Reise tatsächlich vorangeht, darüber informiert Abdul-Aleem auf einem eigens eingerichteten Instagram-Kanal.

Zudem rief er nach dem Tod seines Sohnes das Projekt "Abraham's Children" ins Leben, um Eltern mit demselben Schicksal die nicht von der Krankenkasse gezahlte psychosoziale Begleitung zu finanzieren, die für die verwaisten Eltern selbst eine große Stütze war.

Für den 31-Jährigen ist es übrigens nicht die erste Rad-Spendenaktion. Bereits in den Jahren 2012 und 2014 absolvierte er längere Touren, um Gelder zu sammeln. Sein Radweg nach Mekka dürfte aber mit Abstand der herausforderndste werden.

Titelfoto: Abrahams Children

Mehr zum Thema Hessen: