Nach Tumulten vor Kreistag: Polizei leitet Verfahren gegen Demonstranten ein

Grevesmühlen - Nach den tumultartigen Protesten vor dem Sitzungsgebäude des Kreistages in Grevesmühlen gegen die Entscheidung zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei in Nordwestmecklenburg vier Strafverfahren eingeleitet.

Die Polizei konnte den Sturm der Kreistagssitzung verhindern.
Die Polizei konnte den Sturm der Kreistagssitzung verhindern.  © Malte Behnk/Ostsee-Zeitung /dpa

Bei dem Kreistag ging es um eine neue Flüchtlingsunterkunft, die in Upahl bei Grevesmühlen entstehen soll.

Es wird wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz in zwei Fällen und je einmal wegen schweren Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Die Zahl der Tatverdächtigen sei noch nicht geklärt, hieß es. So werde unter anderem noch Filmmaterial ausgewertet, zudem müssen Zeugen befragt werden.

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Anlass der Ermittlungen war eine Protestversammlung mit rund 700 Menschen, aus der heraus Teilnehmer versuchten, gewaltsam in den Kreistagssaal zu kommen. Etwa 120 Beamte mussten die Kreistagsteilnehmer abschirmen und verhinderten dies bei aufgeheizter Stimmung.

Einzelne hätten mit Vermummungen gegen das Versammlungsrecht verstoßen, andere sollen Pyrotechnik und Nebeltöpfe geworfen haben.

Video der Recherchegruppe AST zeigt Gerangel vor Kreistag in Grevesmühlen

Flüchtlingsunterkunft soll in Gewerbegebiet von Grevesmühlen entstehen

Der Kreistag hatte auf seiner Sondersitzung am Abend dann dem Bau der Flüchtlingsunterkunft Upahl zugestimmt. Dort sollen bis zu 400 Menschen in einem Containerbau auf einem Kreis-Grundstück in einem Gewerbegebiet untergebracht werden.

Der Bau soll im März beginnen. Kritiker bemängelten, dass die Flüchtlinge zu weit außerhalb einer Stadt und damit vieler Anlaufstellen in einem kleinen Dorf untergebracht werden sollen.

Titelfoto: Malte Behnk/Ostsee-Zeitung /dpa

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