Todesangst an der Steilküste: Hier wird ein Sachse vorm Absturz auf Rügen gerettet!

Dresden/Sassnitz - Die Warnschilder sind nicht zu übersehen, trotzdem ließen sich zwei Dresdner dazu zu hinreißen, die berühmten Rügener Kreidefelsen am Stubbenhörn hinabzuklettern. Die Höhenrettung konnte im letzten Augenblick ein Unglück verhindern.

Von diesem Vorsprung rettet die Feuerwehr den Dresdner (19).
Von diesem Vorsprung rettet die Feuerwehr den Dresdner (19).  © Freiwillige Feuerwehr Sassnitz

"Von oben sieht der Abstieg machbar aus", sagt Sven Teschulat (50), Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz. "Die Schilder stehen aber nicht umsonst da." Sie weisen auf Lebensgefahr hin. 

Drei Tote 2019 und zwei Tote dieses Jahr zeigen, dass die Warnung ernstzunehmen ist. Trotzdem kletterte ein Dresdner (19) die Steilküste herab, konnte sich dort plötzlich nur noch an einem Baum halten.

"Von dort kam er weder zurück nach oben, noch nach unten", so der Feuerwehrmann. "Er kann froh sein, dass er von hagerer Gestalt war, sonst hätte ihn der Baum wohl auch nicht gehalten." 

Sein Begleiter stand derweil an der oberen Kante, schrie laut um Hilfe. Das bekam ein Österreicher mit, der den Notruf wählte.

Für diese Aktion wird mindestens ein Bußgeld fällig

Die Höhenrettung musste bei Sassnitz mit einem Großaufgebot zum Einsatz kommen.
Die Höhenrettung musste bei Sassnitz mit einem Großaufgebot zum Einsatz kommen.  © Freiwillige Feuerwehr Sassnitz

"Wir rückten mit 21 Mann und fünf Fahrzeugen an", so Teschulat. "Auch ein Rettungshubschrauber war mit dabei." 

Ein Kamerad kletterte am Seil herab, packte den hilflosen Dresdner in eine Rettungshose, dann wurde dieser mit vereinten Kräften wieder hochgezogen.

"Er hatte ein paar Schürfwunden, war aber ansonsten unverletzt", sagt der Wehrführer. "Er hat sich mehrfach für die Rettung bedankt." 

Ob die beiden nun den Einsatz bezahlen müssen, ist noch offen. Allerdings droht ihnen ein Bußgeld. "Das Nationalparkamt Jasmund hat ein Verfahren gegen die beiden eingeleitet", sagte Polizeisprecherin Stefanie Peter (39) am gestrigen Dienstag.

Titelfoto: Freiwillige Feuerwehr Sassnitz

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