Ministerin Ulrike Scharf: Das sind in Bayern die Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Nürnberg - Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind eher düster. Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt jedoch robust. Der Fachkräftemangel wird allerdings zunehmend zu einem Problem.

Arbeitsministerin Ulrike Scharf (54, CSU) hat sich zu der Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt geäußert.
Arbeitsministerin Ulrike Scharf (54, CSU) hat sich zu der Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt geäußert.  © Tobias Hase/dpa

Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt wird sich nach Einschätzung von Arbeitsministerin Ulrike Scharf (54) trotz des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen im Freistaat Bayern fortsetzen.

"Bei all den Krisen und Schwierigkeiten, die wir zurzeit erleben, haben wir eine gute Botschaft", sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Sie rechne mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai. Demnach könnte die Quote um 0,1 Punkte auf 2,8 Prozent sinken.

Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wird am Dienstag die Statistik vorstellen. Im April hatte die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat bei 217.575 gelegen - ein Rückgang um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und fast 23 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig sei mit rund 154.000 offenen Stellen ein Rekordwert erreicht, sagte Scharf. "Das heißt, wir haben einen großen Mangel an Fachkräften und an Arbeitskräften."

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Daran zeige sich, dass sich die konjunkturelle Erholung trotz Lieferengpässen, gestiegener Energiekosten und Inflation fortsetze, sagte Scharf. Von den Schwierigkeiten seien nur bestimmte Branchen wie der Bau betroffen, wo Stahl und Bitumen fehlten. "Manche Branchen haben es sehr schwierig, und andere laufen wie wild."

So hätten die Handwerker ihre Auftragsbücher voll und kämen nicht mehr hinterher.

Arbeitsministerin Ulrike Scharf mit Forderung an Bund

Wegen des neuen Anspruchs von ukrainischen Flüchtlingen auf Grundsicherung zum 1. Juni werde die Zahl von Hartz-IV-Empfängern mit ziemlicher Sicherheit in Bayern steigen, sagte Scharf. "Spätestens dann werden Tausende von Menschen in den Jobcentern dastehen und ihre Anträge stellen."

Zahlen dazu würden Mitte Juni vorliegen. Scharf fordert deshalb vom Bund, die Jobcenter in Bayern personell und finanziell besser auszustatten. "Ich erwarte vom Bund, dass er sich hier wirklich bewegt."

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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