Supermarkt völlig ohne Kassen eröffnet: In München ist Schluss mit Schlange-Stehen am Band

München - Einkaufen ohne Kassen? Klingt im ersten Moment wie eine hervorragende Chance für einen "Fünf-Finger-Rabatt", allerdings muss man seine Waren hier trotzdem bezahlen.

Freier (Aus-)Wähler: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (51) war der erste Kunde im ersten völlig kassenfreien "Rewe Pick&Go".
Freier (Aus-)Wähler: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (51) war der erste Kunde im ersten völlig kassenfreien "Rewe Pick&Go".  © Lukas Barth/dpa

Der Handelskonzern Rewe hat am Mittwoch in München seinen ersten Supermarkt eröffnet, der ohne gewöhnliche Kassen auskommen soll.

"Nach zwei hybriden Testmärkten in Köln und Berlin erreicht 'Rewe Pick&Go' den nächsten Meilenstein: Der erste vollautonome Rewe-Markt eröffnet in der Münchner Innenstadt", meldete das Unternehmen und versicherte: "Dabei kommt es trotz des technologisierten Einkaufs zu keiner Einsparung von Marktpersonal."

Der Ablauf wird - vor allem beim Verlassen - etwas ungewohnt wirken: Als Kunde meldet man sich eingangs per App in dem Geschäft in der Karlstraße 36 an, nimmt die Waren aus dem Regal und geht dann einfach.

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Was man sich aus den Regalen nimmt, wird "mittels modernster Kamera- und Sensortechnologie sicher und datensparsam erfasst". Beim Verlassen wird über das Smartphone abgebucht.

Mitarbeiter-Anzahl bleibt, die Aufgaben verschieben sich jedoch

Einloggen per Smartphone und dann die Ware einfach nehmen und rausgehen: Das Prinzip könnte schnell von den Kunden akzeptiert werden.
Einloggen per Smartphone und dann die Ware einfach nehmen und rausgehen: Das Prinzip könnte schnell von den Kunden akzeptiert werden.  © Lukas Barth/dpa

Erster Kunde in Münchens "Hin und weg"-Rewe war Bayerns Wirtschaftsminister, Hubert Aiwanger (51): "Es ist ein neues, bequemes Einkaufserlebnis. Wenn sich diese Technologie im Einzelhandel durchsetzt, könnten Warteschlangen an den Kassen schon bald der Vergangenheit angehören." Der Münchner Markt ist Teil einer Testphase.

Die elf Mitarbeiter können sich damit voll und ganz auf das - laut Unternehmen im Vergleich zu herkömmlichen Supermärkten - aufwändigere Einräumen konzentrieren.

Außerdem steht geschultes Personal bei technischen Fragen und Hilfe im Ablauf für die Kunden bereit. Personal wird also (noch) nicht dadurch eingespart.

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In Sachen Datenschutz will man sich vorbildlich zeigen: "Das System erfasst ausschließlich Daten, um zu erkennen, welche Produkte entnommen bzw. zurückgelegt werden", teilte der Konzern mit.

"Es findet weder eine Gesichtserkennung statt, noch kann das System Kundinnen und Kunden nach einem Besuch im Markt wiedererkennen."

Titelfoto: Lukas Barth/dpa

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