Nach vier Wochen verzweifelter Suche: Bergsteiger (†24) tot in den Alpen gefunden

Ramsau bei Berchtesgaden - Hoffnung gab es ohnehin so gut wie keine mehr, doch nun ist es traurige Gewissheit: Der 24 Jahre alte vermisste Bergsteiger aus Niedersachsen ist tot aufgefunden worden.

Die Bergwacht versuchte alles, aber das Wetter in den Berchtesgadener Alpen spielte gegen sie und erschwerte die Maßnahmen.
Die Bergwacht versuchte alles, aber das Wetter in den Berchtesgadener Alpen spielte gegen sie und erschwerte die Maßnahmen.  © Bergwacht Ramsau

Vor beinahe vier Wochen, am 17. September, war der Mann bei Schneefall in Ramsau zu der hochalpinen Tour aufgebrochen.

Nach ersten Meldungen sei er während dieser Unternehmung auf etwa 2500 Höhenmetern abgestürzt, konnte jedoch die Einsatzkräfte selbst alarmieren.

Zuerst gab der 24-Jährige an, sich beide Arme gebrochen und sich Kopfverletzungen zugezogen zu haben. In einem späteren Gespräch konnte er mitteilen, dass seine Verletzungen doch nicht so gravierend seien.

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Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Wetter machte die Suchmaßnahmen - die sich im Verlauf zu einer großangelegten Rettungsaktion ausweiteten - immer schwerer. Zudem gab der Verletzte an, sich wegen des Schneesturms selbst nicht mehr lange an seiner Position halten zu können.

Tagelang gab es immer wieder Meldungen, dass man den Verunglückten nicht finden könne, die Hoffnung allerdings nicht aufgeben wolle.

Spezialtechnik findet Wetterballon und Rucksack, aber keinen Bergsteiger

Die Einsatzkräfte der Bergwacht suchen bei Minusgraden zwischen Schnee, Eis, Starkregen und Nebel nach dem Vermissten.
Die Einsatzkräfte der Bergwacht suchen bei Minusgraden zwischen Schnee, Eis, Starkregen und Nebel nach dem Vermissten.  © Bergwacht Ramsau

Als das Wetter es zuließ, versuchten die Rettungsmannschaften sogar eine spezielle Ortungstechnik.

Ein Helikopter war mit einer sogenannten "Recco-Boje" den Bereich abgeflogen. Diese "Boje" ist mittels Sonar in der Lage, Halbleiter in Geräten zu orten. Der Verunglückte hatte offenbar neben dem Handy auch einen Laptop dabei.

Die Technik selbst funktionierte zwar - man fand damit beispielsweise einen abgestürzten Wetterballon - doch den 24-Jährigen konnte man nicht ausfindig machen. Lediglich seinen Rucksack entdeckten die Rettungskräfte.

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Tagelang erschwerten Schneestürme und die entsprechende Lawinengefahr in dem hochalpinen, steilen Gelände alle Suchaktionen - egal, ob zu Fuß noch per Helikopter.

Knapp vier Wochen später, am Freitag, wurde gemeldet, dass ein österreichischer Polizeihubschrauber am Vortag die Leiche des vermissten Bergsteigers am Hochkalter in Oberbayern entdeckt hat.

"Gegen 16.30 Uhr konnte der Vermisste auf etwa 2250 Höhenmeter, in der bereits vermuteten Absturzrinne unterhalb des Rucksackfundes auf einem Schneefeld liegend aufgefunden werden", gab das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bekannt. "Die warmen Temperaturen haben den Schnee nun soweit zurückgehen lassen, dass der Vermisste sichtbar wurde."

Noch am Donnerstag barg eine alpine Einsatzgruppe der Bergwacht die Leiche des 24 Jahre alten Niedersachsen.

Titelfoto: Bergwacht Ramsau

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