Orcas in der Nordsee gesichtet: Gefahr für Segler?
Nordsee - Bei einer Forschungsausfahrt des Bundesamts für Naturschutz (BfN) entdeckten die Wissenschaftler Anfang Mai eine Gruppe Orcas in der Nordsee.
Seglern, die ihre Boote auf der Nordsee bewegen, dürfte bei der Meldung des BfN das Herz in die Hose gerutscht sein.
Das Team war auf der Doggerbank unterwegs, der größten Sandbank der Nordsee, die sich von Großbritannien bis in niederländische, deutsche und dänische Meeresgebiete erstreckt.
"Vor wenigen Tagen entdeckte das Team der aktuellen Forschungsausfahrt eine Gruppe Orcas.
Drei erwachsene Tiere und ein Kalb konnten über längere Zeit beobachtet werden", teilte das Bundesamt auf Facebook mit.
"Das Team dokumentierte neben Foto-ID-Aufnahmen auch Jagdverhalten: Die Orcas erbeuteten eine ausgewachsene Kegelrobbe. Diese Beobachtung ist eine große Besonderheit und liefert seltene Einblicke in das Ökosystem der Nordsee", heißt es weiter.
Die Raubtiere sind zwar in allen Weltmeeren zu Hause, in der Nord- und Ostsee sind sie allerdings nur seltene Irrgäste.
Segler hätten wohl nichts dagegen, wenn es dabei bliebe. Denn in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Orca-Attacken auf Segelboote.
Auch Zwergwale in der Nordsee beobachtet
Im vergangenen Jahr wurde in Großbritannien nach mehreren Orca-Sichtungen laut Mirror sogar eine Warnung an britische Segler herausgegeben.
Wer einen Orca vom Boot aus sichtet, sollte umgehend den Motor ausschalten und sich ruhig verhalten, raten Experten.
Die Meeressäuger zeigten bei Angriffen auf Segelboote immer wieder das gleiche Verhalten: Sie nähern sich den Booten von hinten und attackieren das Ruder. Steht das Boot schließlich still, verlieren sie in der Regel das Interesse.
Eine Erklärung für dieses Verhalten haben Wissenschaftler noch nicht gefunden. Experten vermuten, dass die Raubtiere aus Neugierde handeln könnten - oder aber schlichtweg aus Langeweile.
Immerhin können sich Wassersportler in der Nordsee auch auf harmlosere Sichtungen freuen. Die Forscher des BfN beobachteten bei der Ausfahrt auch Zwergwale, Weißschnauzendelfine und Schweinswale.
Titelfoto: Dominik A. Nachtsheim/Bundesamt für Naturschutz

