99.000 Tonnen Öl geladen: Havarierter Russen-Tanker "Eventin" trotzt Sturmwetter
Von Christopher Hirsch
Sassnitz - Auch angesichts stürmischen Winterwetters und Hochwassers stellt der vor Rügen liegende Öltanker "Eventin" nach Aussage von Landesumweltminister Till Backhaus (66, SPD) keine außerordentliche Bedrohung dar.
"Nach Einschätzung des Bundes und auch nach unserer Auffassung gehen von dem Schiff keine über das Maß der regulären Tankschifffahrt hinausgehenden Gefahren aus", teilte der Minister mit.
"Zudem wurden Vorsorgemaßnahmen getroffen. Die Zuständigkeit für alle rechtlichen und operativen Entscheidungen liegt eindeutig beim Bund."
Mit 99.000 Tonnen russischem Öl an Bord waren vor ziemlich genau einem Jahr, in der Nacht zum 10. Januar 2025, alle Systeme der "Eventin" ausgefallen. Das Schiff konnte gesichert werden und liegt seitdem auch wegen juristischen Streits weiter vor Rügen.
"Natürlich nehmen wir die Sorgen der Menschen an der Küste sehr ernst – gerade mit Blick auf Herbst- und Winterstürme", versichert Backhaus. Gleichzeitig müsse man sich an die Zuständigkeiten halten und mit den Informationen arbeiten, die der Bund zur Verfügung stelle.
Backhaus erwartet angesichts der Wetter- und Wasserstandesprognose hohen Seegang. "Die höchsten Wellen erwarte ich an der Ostküste von Rügen. Dort wird die signifikante Wellenhöhe über 2,50 m hoch sein." Auch während der Sicherungsaktion vor einem Jahr herrschte ein vergleichbarer Wellengang.
Titelfoto: Stefan Sauer/dpa
