Buckelwal "Timmy" soll gerettet werden: Schwimmt das Tier sich doch selbst frei?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Niendorf/Wismar/Poel - Wochenlang versuchten Rettungskräfte, einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen - ohne Erfolg. Seit fast drei Wochen liegt der Ozeanriese nun schon vor der Insel Poel, doch nun wird tatsächlich nochmal ein neuer Rettungsversuch unternommen. TAG24 berichtet im Liveticker.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, doch am Donnerstag startete eine neue Rettungsaktion.
Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, doch am Donnerstag startete eine neue Rettungsaktion.  © Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Obwohl sich der Ozeanriese zwischenzeitlich doch befreien konnte, strandete er kurz darauf mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). Auch hier konnte er sich lösen.

Das Tier schwamm daraufhin in verschiedene Richtungen, strandete schließlich am 31. März kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - jedoch ohne Erfolg.

Da der Ozeanriese tagelang an der gleichen Stelle lag, lautete die Expertenmeinung, dass der Wal an dieser höchstwahrscheinlich auch sterben würde. Es folgte jedoch eine erstaunliche Wendung: Eine Privatinitiative will den Buckelwal in ihre Obhut nehmen und das Tier befreien!

Zehn Menschen an Bord: Brand auf Schiff in der Ostsee ausgebrochen
Ostsee Zehn Menschen an Bord: Brand auf Schiff in der Ostsee ausgebrochen

Am Donnerstag startete die geplante Aktion, die auch am Sonntag fortgesetzt werden soll.

19. April, 18.25 Uhr: Baggerarbeiten dauern an

Auch am Nachmittag bis in die frühen Abendstunden hinein gehen die Vorbereitungen der Rettungsaktion um den Wal weiter.

Im Livestream von NEWS5 ist zu sehen, wie mit dem Bagger weiter von der Fahrrinne aus gearbeitet wird. Immer wieder sind auch Boote der DLRG in der Nähe des Wals zu sehen.

Ob heute noch weitere Maßnahmen passieren, um den Wal gegebenenfalls anzuheben, ist unklar. Allerdings werden die Wetterbedingungen vor Ort immer schwieriger.

Die Wellen sollen laut TAG24-Informationen heute noch bis zu zwei Meter hoch werden und auch der Wind nimmt weiter zu.

Immer wieder nähern sich DLRG Boote dem Buckelwal.
Immer wieder nähern sich DLRG Boote dem Buckelwal.  © Bernd Wüstneck/dpa

19. April, 16.31 Uhr: Umweltminister lobt Initiative

Umweltminister Till Backhaus äußert sich zur aktuellen Rettungsaktion. Die Zusammenarbeit würde seit Samstag besser laufen.

Backhaus bestätigte, dass es dem Wal den Umständen entsprechend gut gehe. "Ich bin der Initiative dankbar, dass sie sich engagieren", so Backhaus.

Die Rolle des Umweltministeriums bestehe darin, die Rettungsaktion zu begleiten, Hinweise zu geben und zu überwachen. Die Verantwortung des Tieres liege allerdings nicht mehr bei ihnen.

Der Umweltminister hofft, dass die Wetterumstände das schönste Szenario fördern würden und dass sich der Wal von selbst freischwimmt. "Der Wal lebt, er ist aktiv, er vokalisiert, er aktiviert sich immer wieder." So bewege er die Flipper, wie die Brustflossen auch genannt werden. Das deute nicht darauf hin, dass er bald sterbe.

Auch ob ein GPS-Sender am Wal befestigt werden kann, werde derzeit überprüft, um ihn im Fall eines Freischwimmens orten zu können.

Umweltminister Till Backhaus äußert sich zur aktuellen Situation des Wals.
Umweltminister Till Backhaus äußert sich zur aktuellen Situation des Wals.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

19. April, 15.55 Uhr: Wetterbedingungen verändern sich – Plan B ist vorbereitet

Jeder möchte, dass die Rettungsaktion noch schneller gehe, doch momentan müsse auch auf die veränderten Witterungsbedingungen eingegangen werden, hieß es von den Initiatoren.

Der Wasserpegel würde in den nächsten Stunden weiter ansteigen. Auch der Wind nehme zu, was zu mehr Beweglichkeit beim Wal führen könnte.

Dadurch würde die Möglichkeit bestehen, dass der Wal von alleine losschwimmen könnte. Momentan wäre noch alles möglich. Täglich stünden lange Besprechungen an. Seit heute sei der Plan B aktiviert.

"Das bedeutet, falls der Wal durch die veränderten Witterungsbedingungen von alleine losschwimmt, stehen DLRG-Boote auf Standby, um ihn bis in die Nordsee, im besten Fall bis in den Atlantik, zu begleiten", so die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert.

19. April, 15.45 Uhr: Initiatoren können keinen Zeitplan bekannt geben

Die Initiatoren melden sich aus Kirchdorf zu Wort. Das Team erklärte: "Wir gehen bis an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeiten heran, doch unsere Arbeit ist noch nicht zu Ende."

Immer wieder würden auch Gespräche im Hintergrund laufen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", so die Rechtsanwältin Constanze von der Meden. Die Saugarbeiten kämen gut voran. Von der Fahrrinne aus wird zum Wal hin gebaggert, sodass der Wal noch nicht so beeinträchtigt werde.

Der Buckelwal habe tolle Reaktionen in den Morgenstunden gezeigt. Alle drei Tierärzte waren draußen und haben den Wal untersucht. Das Tier atmete deutlich tiefer ein. Außerdem sei der Atem des Wals freier. Durch die entstandene Kuhle und den angestiegenen Wasserstand habe sich der Wal bereits bewegt.

"Er will nach draußen, er will frei sein. Wir sind uns einig, er hat die Chance verdient, draußen weiterzuleben", so die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert.

Zudem sei der Buckelwal empathisch und reagiere auf die Saugroboter nicht aufgeregter als auf das Einsatzteam. Laut dem Rettungsteam merke das Tier, dass sie ihm helfen wollen. Einen konkreten Zeitplan konnten die Helfer nicht nennen.

Constanze von der Meden, Rechtsanwältin des Helfer Teams (r.), und leiteneTierärztin Janine Bahr-van Gemmert zeigen sich bei ihrem Statement positiv gestimmt.
Constanze von der Meden, Rechtsanwältin des Helfer Teams (r.), und leiteneTierärztin Janine Bahr-van Gemmert zeigen sich bei ihrem Statement positiv gestimmt.  © NEWS5 / Lars Haubner

19. April, 15.23 Uhr: Umweltminister lädt zu eigener Pressekonferenz

Nachdem gemunkelt worden war, dass auch Umweltminister Till Backhaus beim Statement der Retter das Wort ergreifen könnte, steht nun fest: Der Politiker wird sprechen, aber nicht bei dieser Gelegenheit.

Stattdessen lädt Backhaus für 16 Uhr zu einer Pressekonferenz an einem anderen Ort ein. Er wolle "häufig gestellte Fragen, die die Rolle des Landes betreffen, beantworten", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

19. April, 14.36 Uhr: Saug-Bagger im Einsatz, Statement angekündigt

Der Saug-Bagger auf der schwimmenden Plattform ist seit dem Morgen in einiger Entfernung zum Wal im Einsatz, um Schlick zu entfernen und den Weg für den Ozeanriesen frei zu machen. Auch zwei Schwimmer, die seit Stunden im Wasser sind, sind an den Arbeiten beteiligt.

Die Initiatoren haben für circa 15.45 Uhr ein weiteres Presse-Statement vor Ort angekündigt. Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert und die Rechtsanwältin Constanze von der Meden sollen sich demnach äußern.

19. April, 13.59 Uhr: Rettung des Wals könnte auch im Dunkeln stattfinden

Wie Initiator Walter Gunz (80) der Deutschen Presse-Agentur sagte, könnte der Transport des Wals auch spätabends oder nachts stattfinden. Es spiele nach seinen Kenntnissen keine Rolle, ob es hell oder dunkel sei.

"Tatsache ist, dass wir einen Tag verloren haben durch unsägliche bürokratische Maßnahmen", so der MediaMarkt-Gründer. Es gehe jetzt darum, möglichst schnell voranzukommen und keine Zeit mehr zu verlieren.

Zum Zustand des Tieres äußerte sich Gunz positiv. "Man hat den Eindruck, dass der Wal aufgrund seiner Empathie erkennt, dass man ihm Gutes will und dass die Kraft ausreicht", erklärte der Unternehmer.

Initiator Walter Gunz (80) hat am Sonntag erklärt, das der Transport des Wals auch im Dunkeln stattfinden könnte.
Initiator Walter Gunz (80) hat am Sonntag erklärt, das der Transport des Wals auch im Dunkeln stattfinden könnte.  © Michael Faulhaber/-/dpa

19. April, 13.03 Uhr: Seemann sicher: "Wir werden einen Weg finden"

Der Rettungsschlepper ist da! Die "Robin Hood" ist mittlerweile vor Ort eingetroffen. Der Steuermann des Schiffes gab gegenüber NEWS5 Einblick in das geplante Vorhaben.

Demnach werde das Schiff während des "Abschleppens" des Wals nicht mehr als zehn Kilometer pro Stunde zurücklegen können. Da es sich am Ende um ein Wildtier handele, sei "unberechenbar, was passiert", betonte der Seemann.

Ein Problem könne das bescheidene Wetter werden. Möglicherweise müsse auf Besserung gewartet werden. Aber: "Wir werden einen Weg finden", so der Steuermann.

Das Schlepperschiff "Robin Hood" (vorne) soll den Wal am Ende des Tages zurück aufs offene Meer ziehen. (Archivfoto)
Das Schlepperschiff "Robin Hood" (vorne) soll den Wal am Ende des Tages zurück aufs offene Meer ziehen. (Archivfoto)  © Stefan Sauer/dpa

19. April, 12.14 Uhr: Schlepper soll zeitnah vor Ort eintreffen

Wie ein NEWS5-Reporter vor Ort berichtet, berate sich derzeit noch mal ein Team aus Tierärzten zu den geplanten Maßnahmen. Die Rettung sei weiter für den heutigen Tag angesetzt, auch wenn der genaue Zeitplan weiter unklar sei.

Mittlerweile stehe auch fest, welcher Schlepper die Konstruktion samt Wal am Ende aufs offene Meer ziehen soll. Die "Robin Hood" werde demnach zeitnah eintreffen und für die Aktion vorbereitet.

19. April, 10.55 Uhr: Wal entscheidet, ob die Rettung starten kann

Ob die Aktion am Sonntag so richtig starten kann, entscheidet der Wal selbst.

Wie ein Mitglied des Rettungsteams gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll die für den Transport notwendige Plane an das Tier herangeführt werden. Anschließend müsse man schauen, wie der Buckelwal darauf reagiere.

Titelfoto: Fotomontage: Stefan Sauer/dpa

Mehr zum Thema Ostsee: