Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Saugbagger soll die Wende bringen
Niendorf - Der gestrandete Buckelwal sitzt weiterhin auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Die Retter wollen jetzt einen Kanal für das Tier graben.
In der Nacht zu Montag ist der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sind vor Ort und arbeiten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.
Am Montag haben Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren.
Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.
Bislang führte keine der ergriffenen Maßnahmen zum Erfolg.
24. März, 15.31 Uhr: Gestrandetem Wal und Rettern läuft die Zeit davon
Ein Wettlauf gegen die Zeit: Wie Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke erklärte, wird ein um 50 Zentimeter sinkender Wasserstand in der Lübecker Bucht erwartet.
"Das wäre natürlich eine Katastrophe für das Tier. Dann hat es nachher nicht mehr genug Wasser unter sich und dann kann es sein, dass er mit seinem eigenen Körpergewicht seine Organe erdrückt", verdeutlichte er. Entsprechend sei bei den Rettungsmaßnahmen "Eile geboten".
24. März, 15.13 Uhr: Bürgermeister schimpft über Gaffer: "Widerlich"
Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, hat sich vor Ort mit scharfen Worten zu Gaffern und Schaulustigen geäußert. "Das finde ich abartig und widerlich. Das ist nicht schön. Da fragt man sich dann immer: 'Was treibt Menschen dazu? Wie sind die erzogen?'"
Mehrere Personen hätten demnach versucht, sich mit Schlauch- oder Ruderbooten dem Tier zu nähern. "Und das ist für das Tier natürlich eine zusätzliche Qual (...). Die Ostsee ist ohnehin sehr laut und da mit einem Schlauchboot an das Tier ranzufahren oder mit Ruderbooten ist einfach widerlich", schimpfte der Politiker.
Ein TAG24-Reporter hatte bereits am Montag beobachtet, wie ein älterer Mann sich mit einem Schlauchboot dem Wal nähern wollte. Er wurde letztlich von der Polizei daran gehindert.
24. März, 14.38 Uhr: Expertin äußert sich zur Haut des gestrandeten Wals
Gute Nachrichten: Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), hat gegenüber TAG24 Entwarnung bezüglich der kränklich aussehenden Haut des Wals gegeben.
Eine Hautreaktion sei bei einem in der Ostsee nicht heimischen Tier nicht ungewöhnlich. Die Haut sehe schlimmer aus, als der Zustand wirklich sei, so Siebert. Sie betonte zudem, dass sich die Haut auch wieder erholen könne.
Die Expertin bekräftigte darüber hinaus, dass der Wal noch sehr lebhaft sei, sodass die geplanten Rettungsmaßnahmen in jedem Fall gerechtfertigt seien.
24. März, 13.45 Uhr: Saugbagger soll das Tier befreien
Die Gemeinde Timmendorfer Strand hat gemeinsam mit den Experten vom ITAW offenbar einen Plan für die nächste Maßnahme entwickelt.
"Wir werden ihm einen Kanal sozusagen bauen, der ihn dann direkt in die offene Ostsee führen kann", erklärt Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke im Gespräch mit TAG24.
Der Sand soll um das Tier herum abgebaut werden.
Der Bagger sei schon angefordert. Um 14.30 Uhr soll es vor Ort noch eine Einsatzbesprechung geben, um 15 Uhr ist der Start der Rettungsmaßnahme geplant.
Titelfoto: René Schröder/News5/dpa
