Rügen - Am Donnerstag ersteigerte der österreichische Unternehmer Oliver Pesendorfer (59) Deutschlands wohl außergewöhnlichste Immobilie. TAG24 stellt der 59-Jährige seine Pläne vor.
Erst kurz vor der Auktion hat Pesendorfer die ehemalige Entmagnetisierungsstation "Insel Ostervilm" im Greifswalder Bodden in einer österreichischen Zeitung entdeckt.
"Da waren ein Kollege von mir und ich gleich Feuer und Flamme und haben gesagt: Da könnte man was draus machen", so der CEO des Unternehmens McCube, das auf modulare Fertighäuser spezialisiert ist.
Der Österreicher hat das künstliche Eiland gekauft, ohne es je besichtigt zu haben. "Ich habe die Katze im Sack gekauft. Wir fahren in circa zwei bis drei Wochen das erste Mal hin", so der 59-Jährige, der für 60.000 Euro den Zuschlag erhielt.
"Zur Besichtigung kommt auch der ehemalige Besitzer mit und zeigt uns alles. Er erklärt uns auch, was er anpassen wollte, die baulichen Maßnahmen und so weiter. Da bin ich schon sehr gespannt", sagt er.
Aufgrund des Zustandes waren vorab keine Besichtigungen möglich. Laut Auktions-Katalog ist der Zustand "durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode".
Es gebe Setzungsrisse, Stahlteile seien verrostet, Fenster zerstört und an Mauern würden Algen emporwachsen.
Hohe Investitionssumme eingeplant
Die rund 600 Holzpfähle, auf denen die Plattform steht, wurden noch nicht überprüft.
"Der ehemalige Besitzer hat gesagt, das ist kein Problem. Das kennt man ja auch aus Venedig, die stehen ja schon länger. Das wird eher der Betongraben rundherum sein, der ein bisschen absackt. Aber sonst glaube ich, dass sie noch ganz standsicher ist", meint Pesendorfer.
Einen Entwurf, wie die Insel einmal aussehen wird, gibt es schon. Finale Pläne stehen allerdings noch nicht.
"Wir haben einmal gebrainstormt und gesagt, eine Eventinsel, zum Beispiel für Hochzeiten und so, wäre sicher gefragt und interessant", erzählt der Unternehmer. "Mal schauen, was wirklich daraus entstehen kann. Das wissen wir noch nicht wirklich."
Auch die anvisierte Summe, die für die Revitalisierung des Rohdiamanten aufgebracht werden soll, ist alles andere als in Stein gemeißelt.
"Es schweben da Beträge von 500.000 bis 3 Millionen Euro im Raum, was notwendig sein wird. Aber wir werden es erst wissen, sobald wir die Insel das erste Mal besucht haben. Dann können wir das ein bisschen besser abschätzen", so Pesendorfer.
Es kommt jedenfalls eine ganze Menge Arbeit auf den Unternehmer zu.