Timmendorfer Strand - Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen den Bürgermeister von Timmendorfer Strand. Der Politiker hatte sich mit Robert Marc Lehmann (43) angelegt.
Das sind Nachrichten, bei denen sich Lehmann ins Fäustchen lachen wird. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts der Vortäuschung einer Straftat gegen Sven Partheil-Böhnke (FDP).
Außerdem gehe es um Beleidigungen gegen den YouTuber, der sich an der Rettung von Buckelwal-Wal "Timmy" beteiligt hatte.
Der Politiker war nach der Rettungsaktion vor dem Niendorfer Hafen in einen Streit mit dem Influencer geraten. "Herr Lehmann hat sich nicht als der Experte herausgestellt, auf den ich gehofft hatte. Ich musste relativ schnell feststellen, dass 90, nein 100 Prozent der Annahmen von Herrn Lehmann leider falsch waren", sagte Partheil-Böhnke vor laufender Kamera.
Lehmann konterte mit einem Video und lässt bis heute keine Gelegenheit aus, Giftpfeile gen Lübecker Bucht zu schießen.
Den Tiefpunkt der Auseinandersetzung bildeten veröffentlichte Mails, die vom Account des Bürgermeisters verschickt wurden. In dem Schriftverkehr wird Lehmann unter anderem als "absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner" bezeichnet, der keine Ahnung von Walen habe.
Gegenüber den Lübecker Nachrichten wies der Politiker anschließend alle Schuld von sich. "Mein Account beziehungsweise mein Handy wurde gehackt und etwa 30 E-Mails wurden unter meinem Namen verschickt." Das scheint die Staatsanwaltschaft zu bezweifeln.
Bürgermeister meldet sich krank
Die Polizei hat von Amts wegen eine Ermittlung zu der möglichen Cyber-Attacke eingeleitet, die Gemeinde ebenfalls eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis wird bislang unter Verschluss gehalten.
Der Bürgermeister sei laut Staatsanwaltschaft bereits zu den Vorwürfen befragt worden.
Partheil-Böhnke kündigte an, dass die Öffentlichkeit transparent und umfassend informiert werde, sobald Ergebnisse vorliegen würden.
Die Ermittlungen führen die Staatsanwaltschaft und das Staatsschutzkommissariat der Lübecker Polizei. Der Staatsschutz ist in die Ermittlungen involviert, weil die Vorwürfe im direkten Zusammenhang mit der amtlichen Tätigkeit des Bürgermeisters stehen.
Partheil-Böhnke hat sich unterdessen zurückgezogen. "Seit gestern habe ich die Geschäfte übernommen. Der Bürgermeister hat sich krankgemeldet", so Nils Hopp, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, am Freitag gegenüber LN.