Ursprüngliches Rettungskonzept für Buckelwal Timmy nicht mehr umsetzbar: Wie geht es jetzt weiter?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Niendorf/Wismar/Poel - Das Schicksal von Buckelwal "Timmy" bewegt weiter die Menschen. In den vergangenen Wochen ist der Ozeanriese mehrfach in der Ostsee gestrandet. Zuletzt keimte plötzlich wieder Hoffnung auf. Gelingt eine Rettung des Tieres etwa doch noch? TAG24 berichtet im Liveticker.

Die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative versuchen weiterhin, Buckelwal "Timmy" lebend zurück in den Atlantik zu bringen.
Die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative versuchen weiterhin, Buckelwal "Timmy" lebend zurück in den Atlantik zu bringen.  © Jens Büttner/dpa

Am 23. März war der Wal auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, doch der Wal konnte sich schließlich selbst befreien - um kurz darauf mehrfach vor Wismar zu stranden.

Nach einer erneuten Befreiung lag er seit dem 31. März vor der Insel Poel - alles sah danach aus, als würde der Koloss dort sterben. Am 16. April trat jedoch plötzlich eine private Rettungsinitiative auf den Plan. Sie wollte den Wal aufs offene Meer hinausziehen.

Entsprechende Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, doch am Montag (20. April) befreite sich der Buckelwal selbst, ehe er noch am selben Tag wieder zum Liegen kam.

Landet Timmy als Fischstäbchen bei uns auf dem Teller? Kult-Gastronom Dost spricht Klartext
Ostsee Landet Timmy als Fischstäbchen bei uns auf dem Teller? Kult-Gastronom Dost spricht Klartext

Während mehrere Experten dazu raten, das Tier nun in Ruhe zu lassen, gibt die private Initiative trotz interner Unruhen nicht auf - sie will "Timmy" lebend zurück in den Atlantik bringen.

22. April, 20 Uhr: Es wird wieder ruhiger

Nachdem sich Helfer auf einem Boot der DLRG dem Tier nochmal näherten und es mit Wasser benetzten, wird es nun wieder ruhiger. Die Dämmerung setzt ein.

Weitere Informationen zum Inhalt des überarbeiteten Konzepts für geplante Maßnahmen lagen auch am Abend noch nicht vor. Der Buckelwal verhält sich ruhig.

22. April, 18.48 Uhr: Keine Helfer mehr im Wasser

Die Tücher auf dem Wal wurden mittlerweile entfernt. Während Helfer noch bis vor Kurzem weiterhin direkt neben dem Wal im Wasser waren, sind nun keine Menschen mehr in der Nähe des Tiers zu sehen.

Doch Timmy zeigt sich aktiv. Immer wieder pustet er Wasser aus seinem Blasrohr.

22. April, 17.45 Uhr: Minister Backhaus - "Mir ist zum Heulen zumute"

Auch zum Chaos im Retter-Team äußert sich der Politiker. Mit Dr. Jenna Wallace, die das Team am Montag freiwillig verlassen hat, habe Backhaus nicht gesprochen. Mit Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert, die am Montag mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde, habe er hingegen mehrfach gesprochen.

"Mir ist auch zum Heulen zumute. Die hat sich hier den Arsch aufgerissen", so der Minister mit einem Kloß im Hals.

Er hoffe, dass die Expertin alles gut überstehe. "Wenn der Hubschrauber hier nicht hergekommen wäre, hätte sie es nicht geschafft." Die Initiative arbeite nun an einem weiteren Konzept. Der Politiker gehe stark davon aus, dass in Kürze auch darüber informiert werden könne, wie es weitergehen soll.

Der Minister gab Informationen zum weiteren Vorgehen bekannt.
Der Minister gab Informationen zum weiteren Vorgehen bekannt.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

22. April, 17.19 Uhr: Ursprünglich geplantes Konzept kann nicht mehr umgesetzt werden

Welche Handlungsoptionen es nun gibt? "Entweder, dem Rat der Wissenschaft zu folgen und zu sagen: 'Lassen Sie ihn in Ruhe.' Und er wird sterben", erklärt Backhaus weiter. Die andere Option: Ihn weiterhin zum Schwimmen aktivieren. Erneut weist der Politiker darauf hin, dass das Rettungskonzept lediglich geduldet wird.

Das Konzept, den Wal mit Luftkissen und Pontons anzuheben und schließlich mit einem Schlepper in die Nordsee zu befördern, ist nach Angaben von Backhaus "so nicht mehr weiterzuführen." Der Grund: Der Wal zeige nach Angaben des Politikers den Willen, selbst zu schwimmen.

Die Konsequenz: Das Konzept muss überarbeitet werden. Bereits gestern seien deshalb neue Ideen, darunter das Unterspülen des Wals, umgesetzt worden. "Der Wal musste stabilisiert werden. Sonst wäre er wahrscheinlich umgekippt." An einem konkreten neuen Plan arbeite die Rettungsinitiative derzeit.

"Wir werden alles daran setzen, das zu prüfen", so Backhaus, sobald ein neues Konzept vorliege.

Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, gab bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag ein Statement ab. (Archivfoto)
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, gab bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag ein Statement ab. (Archivfoto)  © Philip Dulian/dpa

22. April, 17 Uhr: Wal weiterhin in kritischem Zustand

Um Punkt 17 Uhr tritt Umweltminister Till Backhaus (SPD) vor die Mikrofone. Man arbeite weiterhin mit Hochdruck an der Ausarbeitung des passenden Rettungs-Konzepts. "Der Gesundheitszustand wird als krank bezeichnet. Er ist weiterhin in einem kritischen Zustand", so der Politiker.

Als dem Tier Futter angeboten wurde, zeigte er nach Angaben des Politikers Regung. Generell zeige der Buckelwal viel Aktivität. Neben früherer Verletzungen am Rücken durch Schiffssschrauben, habe sich das Tier offenbar auch Verletzungen durch das Drehen in der Bucht zugezogen. So habe sich Timmy in den letzten Tagen zwei Mal um die eigene Achse gedreht.

22. April, 16.43 Uhr: Informationen zu weiteren Maßnahmen in Kürze erwartet

Gegen 17 Uhr wird ein Statement von Minister Backhaus erwartet. Das Team hat sich in den letzten Minuten offenbar noch einmal zum weiteren Vorgehen beraten. Währenddessen liegt der Buckelwal weiterhin an Ort und Stelle. Tücher kühlen seine Haut.

22. April, 15.20 Uhr: Statement von Minister Backhaus angekündigt

Noch immer ist nicht ganz klar, wie es mit den Maßnahmen weitergeht. Am Abend wird offenbar ein Statement von Minister Backhaus zum weiteren Vorgehen erwartet. Von der Initiative gab es bislang noch keine Informationen.

22. April, 14.55 Uhr: Buckelwal zeigt wenig Aktion

Der Buckelwal ist mit weißen Laken bedeckt und zeigt sich aktuell wenig aktiv. Während die schwimmende Plattform weiterhin nah am Tier ist, sind derzeit keine Personen mehr im Wasser.

Weiterhin liegen große Tücher zum Schutz vor der Sonne auf der Haut des Wals.
Weiterhin liegen große Tücher zum Schutz vor der Sonne auf der Haut des Wals.  © Jens Büttner/dpa

22. April, 14.17 Uhr: Sergio Bambarén hat Körperkontakt mit dem Wal

Derzeit ist Umweltschützer Sergio Bambarén beim Wal im Wasser. Er befindet sich im Bereich des Kopfes und hat augenscheinlich direkten Körperkontakt mit "Timmy".

In seinem Statement am Vormittag hatte der Peruaner erklärt, eine "Verbindung" zu dem Tier aufgebaut zu haben.

22. April, 13.24 Uhr: Wal "Timmy" soll Fisch nicht gefressen haben

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll der Wal die zweieinhalb Kilo Fisch, die ihm am Dienstag angeboten wurden, nicht gefressen haben. Die Nahrung sei ihm auch angeboten worden, um seinen Kopf in eine günstige Richtung zu lenken.

Um in das tiefere Fahrwasser zu kommen, müsse sich das Tier im Idealfall rechtsherum drehen. In der anderen Richtung würde er hingegen weiter in flaches Wasser geraten.

Titelfoto: Bildmontage: Jens Büttner/dpa, NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Mehr zum Thema Ostsee: