Was passiert, wenn der Wal stirbt? Meeresmuseum gibt Statement ab

Poel/Wismar - Seit rund einem Monat befindet sich der nach dem Timmendorfer Strand benannte Buckelwal "Timmy" in der Ostsee. Während die Retter alles versuchen, um dem Wal lebend den Weg in die Freiheit zu ermöglichen, trifft das Deutsche Meeresmuseum Vorbereitungen für den Tod des Meeressäugers.

Wal "Timmy" wird transportfähig gemacht. Doch das Museum rechnet dem Meeres-Säuger keine hohen Erfolgschancen aus.  © Philip Dulian/dpa

In einer Mitteilung betont die Institution, dass der Wal angesichts der wiederholten Strandungen "ein ernsthaftes Gesundheitsproblem" habe und sich Timmys Zustand sogar weiter verschlechtert habe.

Das Museum rechnet der Bergung keine guten Erfolgschancen aus und erklärt, dass die Rettungsaktion eine hohe Verletzungsgefahr birgt.

Des Weiteren sei der "Transport in einer Metallbarge" durch die Reflexion des Schalls "mit einer sehr großen Lärmbelastung" verbunden.

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Aufgrund dieser eher vernichtenden Prognose für den Ostsee-Wal gibt das Deutsche Meeresmuseum eine Empfehlung ab, was passiert, wenn Timmy stirbt.

Dem Deutschen Meeresmuseum wurde Anfang April dafür eine Genehmigung zu einer Obduktion erteilt, von der jedoch nicht Gebrauch gemacht werde.

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Deutsches Meeresmuseum will den Wal im Todesfall nicht obduzieren

Mitglieder der Privat-Initiative machen sich auf den Weg zur Rettung des Tiers.  © Jens Büttner/dpa

Dringend wird allerdings zu dieser wissenschaftlichen Untersuchung geraten, die "Innerhalb weniger Tage nach dem Tod" passieren müsste, damit die Zersetzung der Organe noch nicht zu weit vorangeschritten sei.

Das Stralsunder Museum begründet seine Entscheidung wie folgt: Als die Genehmigung erteilt wurde, sei man noch beratend und koordinierend in die Rettungsmaßnahmen eingebunden gewesen, inzwischen nicht mehr.

Seit Mitte April versucht eine unter anderem vom MediaMarkt-Gründer Walter Mommert finanzierte Privatinitiative, dem Wal lebend den Weg aus der Ostsee zu ermöglichen.

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Daran beteiligt sich das Museum nicht. Museumsdirektor Burkard Baschek hatte angesichts der schwachen Kräfte des Wals und des niedrigen Wasserstands Zweifel an der Walrettung geäußert.

"Eine neue Lagebewertung gibt es seitens der Stiftung Deutsches Meeresmuseum nicht", hieß es knapp in einer Medieninfo vom 15. April.

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