Räumung wegen angeblicher Prostitution: So ging es mit Sindy K. weiter

Halle (Saale) - Die gehörlose Hallenserin Sindy K. wurde am Donnerstag aus umstrittenen Gründen aus ihrer Wohnung geworfen. Doch laut der MZ mischte sich die verantwortliche Wohnungsgesellschaft HWG nun noch weiter in das Leben der 37-Jährigen ein.

Sindy K. (37) musste ihre Wohnung in der vergangenen Woche gegen ihren Willen verlassen. (Symbolbild)
Sindy K. (37) musste ihre Wohnung in der vergangenen Woche gegen ihren Willen verlassen. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Wie TAG24 vom Amtsgericht Halle erfuhr, wird Sindy K. vorgeworfen, in ihrer Wohnung der illegalen gewerblichen Prostitution nachgegangen zu sein. Anwohner hatten sich zudem wohl über "massive Unruhe aufgrund vieler Besucher" beschwert, weshalb die HWG sie wegen Störung des Hausfriedens räumen ließ.

Diese Maßnahme wurde laut der MZ bereits am Donnerstagmorgen durchgeführt. Kurios: Sindy soll eigentlich geplant haben, bei einer Freundin unterzukommen. Da diese aber im selben Mehrfamilienhaus wohnt, soll ihr die HWG kurzerhand Hausverbot erteilt haben.

Gegenüber der MZ begründete Pressesprecher Steffen Schier dies damit, dass man sichergehen wolle, die Störung des Hausfriedens "auch in Zukunft" auszuschließen.

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Das gleiche Spiel wenige Häuser weiter bei einer anderen Bekannten, bei der Sindy unterkommen wollte - auch hier soll die HWG mit einem Hausverbot dazwischengefunkt haben.

Sindy selbst streitet die Vorwürfe der Wohnungsgesellschaft und des Amtsgerichts in einem Schreiben an die MZ ab: "Es gab bei mir keine Prostitution, und ich weiß auch nicht, wie laut ich beim Sex war, da ich mich selbst nicht hören kann", wird die gehörlose Hallenserin zitiert.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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