180 Mitarbeiter betroffen: Windkraft-Zulieferer macht Sachsen-Werk zu

Klipphausen - Opfer der Energiekrise: Der Anlagen-Spezialist Eickhoff gab jetzt die Schließung seiner Produktion von Getrieben für Windkraftanlagen bekannt. Betroffen ist auch das Werk in Klipphausen im Landkreis Meißen.

Zukunft ungewiss: Das hochmoderne Werk von Eickhoff in Klipphausen wurde erst vor 15 Jahren gebaut.
Zukunft ungewiss: Das hochmoderne Werk von Eickhoff in Klipphausen wurde erst vor 15 Jahren gebaut.  © Holm Helis

Betriebsrat und Belegschaft reagierten schockiert auf die Nachricht.

"Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass unsere sehr guten Produkte am Markt nicht platziert werden können", heißt es aus dem Betriebsrat auf TAG24-Anfrage.

Nach Gewerkschaftsinformationen wurden die Mitarbeiter am Mittwoch (19. April) kurzfristig in die Pläne eingeweiht.

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"Der Betriebsrat wurde vorab nicht informiert. Das ist ein absolut inakzeptabler Vorgang", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Geschäftsstelle Riesa, Stefan Ehly (39).

Der Produktionsstandort in Klipphausen mit Härterei, Montagehalle und einem Bürogebäude war 2008 für 15 Millionen Euro auf einer Gesamtfläche von 60.000 Quadratmetern errichtet worden.

Eickhoff plant, die Produktion im letzten Quartal auslaufen zu lassen und das Werk in Klipphausen Ende des Jahres zu schließen.

Stefan Ehly (39) von der IG Metall-Geschäftsstelle Riesa.
Stefan Ehly (39) von der IG Metall-Geschäftsstelle Riesa.  © PR/IG Metall
Das Werk produziert Getriebe für Windkraftanlagen in Serienfertigung für Großkunden.
Das Werk produziert Getriebe für Windkraftanlagen in Serienfertigung für Großkunden.  © picture-alliance/ZB/Matthias Hiekel

Der Geschäftsführer der Eickhoff-Gruppe, Ulf Achenbach (53), begründete den Schritt mit der "Kostenkrise in der Windindustrie" und den "instabilen Rahmenbedingungen".

Betroffen sind 180 Mitarbeiter. Was aus ihnen wird, ist vorerst offen. Verhandlungen dazu laufen.

Titelfoto: Fotomontage: Holm Helis//PR/IG Metall

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