Badeseen in Sachsen: Diese idyllischen Orte sind noch Geheimtipps!

Sachsen - In den sommerlichen Hitzetagen suchen Tausende Sachsen die Abkühlung in den örtlichen Freibädern oder den 32 großen geprüften EU-Badegewässern. Dazu zählen etwa Bärwalder, Geierswalder und Cospudener See oder die bekannten Talsperren Malter, Pirk und Pöhl. Das Wasser ist sauber, der Service angemessen.

Wer aber einfach mal abtauchen will, ohne dass Hunderte Augen dabei zusehen, findet auch hierzulande Dutzende herrliche wilde Badestellen. Einige besonders idyllische stellen wir hier vor. Wenn man dazu noch einige Tipps und Regeln beachtet, kann man ein Stück Heimat völlig neu erleben.

Vogtlandsee

Idylle pur: Der Vogtlandsee lädt zum Baden ein.
Idylle pur: Der Vogtlandsee lädt zum Baden ein.  © Hansjörg Ransmayr

Im dichten Wald zwischen Beerheide und Jägersgrün (bei Auerbach) findet man den von den Einheimischen "Moorteich" genannten Vogtlandsee. Der ist so idyllisch, dass ihn das renommierte Reisemagazin "Merian" kürzlich zur "Schönsten Alleinbadestelle Deutschlands" kürte. "Das Wasser, welches sich aus dem Moor speist, liegt herrlich weich auf der Haut", schwärmt Hansjörg Ransmayr über eine seiner liebsten Badestellen.

Der See ist nur über Wanderwege erreichbar, deshalb hört man hier ausschließlich Geräusche der Natur. Die vielen kleinen diskreten Buchten ermöglichen auch FKK.

Besonders warm wird das Wasser im Bergsee aber nicht.

Kirchbruch

Bei diesem Anblick wird sofort klar, warum der See Kirchbruch heißt.
Bei diesem Anblick wird sofort klar, warum der See Kirchbruch heißt.  © Hansjörg Ransmayr

Viel romantischer geht es wohl wirklich nicht. Direkt unter der Dorfkirche von Beucha (östlich von Leipzig) liegt der recht kühle See, der vor drei Jahren mit dem Prädikat "Nationaler Geotop" ausgezeichnet wurde. Vom 15. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier Granitporphyr abgebaut, die Kirche blieb auf einem Sporn stehen.

Besonders zu empfehlen sind die sommerlichen Sonnenuntergänge, bei denen der See eine tiefblaue Farbe annimmt und Felsen und Bergkirche rötlich schimmern.

Mit etwas Glück kann man sich dieser Tage hier auch von Glühwürmchen heimleuchten lassen.

Steinbruch Bolbritz

Im Steinbruch Bolbritz ist das Baden offiziell verboten. Aber viele gehen trotzdem ins kühle Nass.
Im Steinbruch Bolbritz ist das Baden offiziell verboten. Aber viele gehen trotzdem ins kühle Nass.  © Hansjörg Ransmayr

Der Steinbruch Bolbritz in Schmölln-Putzkau (bei Bischofswerda) ist wirklich schwer zu finden, Ransmayr verirrte sich. Dann traf er ein älteres Paar, welches seit Jahren hier badet. Sie meinten: "Wer braucht schon die Südsee, wenn er Bolbritz hat."

Aus Haftungsgründen ist hier das Baden offiziell verboten, doch das juckt die Einheimischen nicht. Sie gehen gern auch ohne Badesachen ins Wasser. Das Ufer ist teilweise steil und rutschig, deshalb ist Vorsicht geboten. Der Mix aus Fels, Wald und ruhiger Wasserfläche macht den Ort zu etwas Besonderem.

Andere Steinbrüche in der Nähe sind mit Stacheldraht eingezäunt und deshalb tabu.

Bockwitzer See

Der Bockwitzer See ist leicht zu finden. Badestellen sind ausgewiesen.
Der Bockwitzer See ist leicht zu finden. Badestellen sind ausgewiesen.  © Hansjörg Ransmayr

Recht leicht zu finden ist der Bockwitzer See östlich von Borna, es gibt auch einen kleinen Parkplatz. Hier findet man Hinweise, wo das Baden unproblematisch ist.

Weil es sich um einen ehemaligen Braunkohletagebau handelt, sollte man die Trampelpfade nicht verlassen und seine Schritte achtsam setzen. Aber auch wegen des Naturschutzes: Obwohl der See erst 2005 seinen jetzigen Füllstand erreichte, haben hier bereits 180 Vogelarten - darunter sehr seltene - ihre neue Heimat gefunden. Auch 30 Libellen- und 20 Heuschreckenarten kann man am Ufer begegnen.

Des Weiteren wurden bereits 400 höhere Pflanzenarten festgestellt - eine erstaunliche Vielfalt für einen ehemaligen Tagebau.

Steinbruch Vogelberg

Am Steinbruch Vogelberg sollte man genau wissen, wo man hineinspringt. Nicht immer ist das ungefährlich!
Am Steinbruch Vogelberg sollte man genau wissen, wo man hineinspringt. Nicht immer ist das ungefährlich!  © Hansjörg Ransmayr

Diesen herrlichen See westlich von Kamenz sucht man besser zu Fuß oder per Rad auf, weil das Parken im umgebenden Wald verboten ist und auch geahndet wird.

In dem weitläufigen Areal findet man garantiert ein abgelegenes Plätzchen, wo auch FKK möglich ist. Und dann kann man sich auch an der hervorragenden Wasserqualität erfreuen - hier stürzt man sich in glasklare Fluten. Die Sichttiefe ist derart spektakulär, dass sich auch eine kleine Tauchschule angesiedelt hat.

Falls Ihr Einheimische beim Klippenspringen beobachtet, eifert denen besser nicht nach! Es gibt so manche Unterwasserhindernisse.

Rubelbruch

Am Rubelbruch kann man schöne Seerosen entdecken.
Am Rubelbruch kann man schöne Seerosen entdecken.  © Montage: Hansjörg Ransmayr (2)

Bei Königshain (nordwestlich von Görlitz) gibt es eine ganze Reihe herrlicher Steinbruchlöcher. Auch im Rubelbruch ist das Baden offiziell verboten, es wird aber dennoch nahezu täglich praktiziert.

Die Einheimischen berufen sich augenzwinkernd auf ihr Gewohnheitsrecht. Wem das zu heikel ist, kann sich zumindest an den prächtigen Seerosen erfreuen. Hier wurden einst Steine für den Berliner Reichstag abgebaut.

Diese und viele andere Geschichten erfährt der Gast, wenn er den liebevoll angelegten Steinbruchlehrpfad abwandert oder das Granitabbau-Museum besucht.

Buchtipp: "Wild Swimming"

Das Buch "Wild Swimming Deutschland" wird gerade neu aufgelegt.
Das Buch "Wild Swimming Deutschland" wird gerade neu aufgelegt.  © PR

Mit "Wild Swimming Alpen" veröffentlichte Hansjörg Ransmayr 2019 sein erstes Buch. Hier zeigt er spektakuläre Bilder und alpine Badetipps aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Slowenien und Italien. Es folgten "Wild Swimming Kroatien & Slowenien" und "Wild Guide Österreich" - für kommendes Jahr ist "Wild Swimming Griechenland" geplant.

"Wild Swimming Deutschland" erschien erstmals 2020. Von der Nordsee bis zu den Alpen beschreibt Ransmayr über 100 wilde Badestellen, was man dort entdecken kann, vor Ort zu beachten hat und wie man sie findet (auch mit GPS-Angaben). In Arbeit ist eine um 60 Stellen erweiterte Auflage (Foto).

Das Buch (268 Seiten) vom Verlag Haffmans & Tollkemit kostet 24,95 Euro im Buchhandel und kann - wie die anderen Bücher des Autors - bei www.wildund.cool bestellt werden.

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Den umfangreichen Blog von Hansjörg Ransmayr mit weiteren Tipps findet man unter alpine-swimming.com.

Titelfoto: Hansjörg Ransmayr

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