Corona-Impfung: 36 Tote in Sachsen im zeitlichen Zusammenhang

Dresden - In Sachsen sind bislang 36 Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung gestorben. Ob die Impfung ursächlich oder maßgeblich ursächlich für den Tod war, lässt sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums aus den Daten aber nicht feststellen.

Der AfD-Abgeordnete Ralf Weigand (37) hatte eine Anfrage an den sächsischen Landtag gestellt und Auskunft erhalten (Archivbild).
Der AfD-Abgeordnete Ralf Weigand (37) hatte eine Anfrage an den sächsischen Landtag gestellt und Auskunft erhalten (Archivbild).  © Sebastian Kahnert/dpa

Zudem nannte das Ministerium in seiner Antwort auf eine Parlamentsanfrage des AfD-Abgeordneten Rolf Weigand 428 Verdachtsfälle auf eine "über das übliche Maß hinausgehende Impfnebenwirkung", darunter 172 schwerwiegende Fälle. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Januar bis Ende November 2021.

"Die verbreitete Impfskepsis in Sachsen wird häufig als irrational charakterisiert. Meine Kleine Anfrage zeigt jedoch, dass sie gerade bei jüngeren Menschen verständlich ist", sagte Weigand am Freitag in Dresden.

Junge Leute hätten abzuwägen "zwischen einem fast immer milden Verlauf nach einer Corona-Ansteckung und der Gefahr von seltenen, aber schwerwiegenden Impfnebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen, Gesichtslähmungen und Blutgerinnseln".

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Die Impfentscheidung müsse deshalb frei und unabhängig bleiben, verlangte Weigand. "In höchstem Maße gilt dies für Minderjährige und ihre Eltern. Weder die Politik noch die Schulen dürfen Druck auf Jugendliche aufbauen."

Das sächsische Gesundheitsministerium stellte in seiner Antwort auch die Relation dar. Demnach wurden bis einschließlich 30. November im Freistaat gut 5,1 Millionen Impfdosen verabreicht. Die Melderate für betreffende Nebenwirkungen liege demnach bei 0,08 Meldungen pro 1000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle bei 0,03.

36 Todesfälle betreffen zu gleichen Teilen Männer und Frauen zwischen 37 und 91 Jahren

Nach Corona-Impfungen traten vereinzelt auch schwerwiegende Reaktionen auf.
Nach Corona-Impfungen traten vereinzelt auch schwerwiegende Reaktionen auf.  © Sven Hoppe/dpa

Laut Statistik betrafen die 36 Todesfälle zu gleichen Teilen Frauen und Männer im Alter zwischen 37 und 91. 23 Betroffene waren über 70, weitere acht zwischen 60 und 70 Jahren.

27 Todesfälle wurden im Kontext mit dem Biontech-Impfstoff registriert, drei im Zusammenhang mit AstraZeneca und einer mit Moderna. Bei fünf Todesfällen wurde der verwendete Impfstoff nicht näher benannt, wie es hieß.

Auch bei den Verdachtsfällen auf überdurchschnittliche Impfnebenwirkungen entfielen die meisten auf Biontech (320), gefolgt von AstraZeneca (62), Moderna (33) und Janssen von Johnson & Johnson (7).

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In sechs Fällen wurde der Impfstoff nicht näher spezifiziert. Von den 428 Verdachtsfällen waren knapp die Hälfte (209) als nicht schwerwiegend einzustufen. Schwerwiegend ist eine Reaktion etwa dann, wenn sie lebensbedrohend ist, eine stationäre Behandlung erfordert oder zu bleibender Behinderung führt. 47 weitere Fälle wurden als "eventuell schwerwiegend" deklariert.

Bei den als schwerwiegend eingestuften Fällen kam es am häufigsten zu Schlaganfällen (22), Thrombosen und Lungenembolien (je 17), Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündungen (13), Kopfschmerzen (12), Schwindel (11 Fälle), Fieber (7) Sehstörungen (6), Hirnblutungen (6) und Gesichtslähmungen (5).

Die AfD hob darauf ab, dass auch junge Menschen betroffen waren. So erlitt ein 14-Jähriger eine Herzbeutel-/ Herzmuskelentzündung, ein 20-Jähriger eine Gesichtslähmung und ein 23-Jähriger eine Lungenembolie.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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