Neukirchen plant Friedwald vor den Toren von Chemnitz

Neukirchen - Ewige Ruhe in der Natur: Die Gemeinde Neukirchen (Erzgebirge) plant einen Bestattungswald. Im Gegensatz zu normalen Friedhöfen gibt es bei dieser Variante keine geschmückten Gräber. Die Toten ruhen umgeben von Natur und sind ohne Grabpflege nicht auf Angehörige angewiesen.

Neukirchens Bürgermeister Sascha Thamm (35) möchte auf die Wünsche der Bürger eingehen.
Neukirchens Bürgermeister Sascha Thamm (35) möchte auf die Wünsche der Bürger eingehen.  © Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Im Wald zwischen Sportplatz und A72 sollen auf zwölf Hektar Fläche Ruhestätten entstehen. Die Asche der Verstorbenen wird in biologisch abbaubaren Urnen vergraben. Mehr als einen Baum mit Hinweisschild gibt es nicht.

"Wir wollen uns weltoffen zeigen und für alle Bürger da sein, auch nach ihrem Tod", sagt Bürgermeister Sascha Thamm (35). Seine Einwohner hätten die Bestattungsart bei Sprechstunden befürwortet. 2022 könne das Projekt angegangen werden.

Auch in Chemnitz ist der Waldfriedhof ein Thema. Die Grünen hatten 2020 im Stadtrat eine Untersuchung durchgesetzt. Bis Jahresende will die Verwaltung geeignete Wälder vorschlagen.

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"Chemnitz hat reichlich kommunale Waldflächen. Ich denke da vor allem an die günstigen Kosten und an ältere Menschen, die allein leben und niemanden haben, der ihr Grab pflegt", sagt Christin Furtenbacher (37).

In Neukirchen soll ein Friedwald entstehen. Das Projekt könnte schon 2022 starten. Fotos: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann
In Neukirchen soll ein Friedwald entstehen. Das Projekt könnte schon 2022 starten. Fotos: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann  © Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

In Sachsen gibt es aktuell neun Bestattungswälder. Bei Waldenburg betreibt "Friedwald" eine Ruhestätte. In Mülsen, Lauter-Bernsbach und Callenberg bietet "Waldfriedhof Sachsen" Waldbestattungen an.

Titelfoto: Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

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