Fehlende Teile: Ukraine-Krieg stoppt Sachsens Autoindustrie!

Zwickau/Leipzig/Dresden - Notbremsung im Autoland Sachsen! Der Ukraine-Krieg zwingt die hiesigen Werke von VW und Porsche zum Produktions-Stopp, BMW drosselt den Betrieb. Die Unternehmen sind auf Bauteile aus der Ukraine angewiesen - die bleiben nun aus.

Das Leipziger Porsche-Werk produziert unter anderem die Karosserien des "Macan"-Modells. Doch seit Mittwoch ist die Produktion gestoppt.
Das Leipziger Porsche-Werk produziert unter anderem die Karosserien des "Macan"-Modells. Doch seit Mittwoch ist die Produktion gestoppt.  © dpa/Jan Woitas

Bei VW Zwickau stehen seit Dienstag die Bänder still, das Dresdner Werk zog am Mittwoch nach. Elektrokabel-Sätze aus der Ukraine fehlen. Bis Freitag soll die Produktion ruhen. Etwa 4700 Autos wären in dieser Zeit normalerweise gebaut worden.

VW Sachsen schickte nach eigenen Angaben "mehrere Tausend Mitarbeiter" in Kurzarbeit. Jetzt prüfe das Unternehmen Alternativen. Noch ist unklar, wie es in der kommenden Woche weitergeht.

Das Porsche-Werk in Leipzig legte am Mittwoch die Arbeit nieder, "zunächst bis zum Ende der kommenden Woche", wie das Unternehmen mitteilte. Auch hier fehlen Bauteile.

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BMW Leipzig will in der kommenden Woche die Produktion der 1er- und 2er-Reihe einschränken, von zwei Schichten auf eine wechseln.

BMW bezieht nach eigenen Angaben ebenfalls Kabelbäume aus der Ukraine.

Porsche Leipzig ist nur einer der sächsischen Auto-Bauer, die unter dem Ukraine-Krieg leiden.
Porsche Leipzig ist nur einer der sächsischen Auto-Bauer, die unter dem Ukraine-Krieg leiden.  © dpa/Jan Woitas
Das Dresdner VW-Werk hat am Mittwoch die Produktion unterbrochen.
Das Dresdner VW-Werk hat am Mittwoch die Produktion unterbrochen.  © Oliver Killig

Skoda spricht von einem "kritischen Mangel"

Das Ministerium von Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) hofft auf ein Umdenken mancher Unternehmen.
Das Ministerium von Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) hofft auf ein Umdenken mancher Unternehmen.  © Steffen Füssel

Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda spricht von einem "kritischen Mangel" an Bauteilen aus dem Kriegsgebiet. Wer in Sachsen einen Skoda kaufen will, muss sich ohnehin bereits lange gedulden.

"Wir sind jetzt schon bei Wartezeiten von teils einem Jahr", so Katja Fiedler (36) vom Skoda-Autohaus "Richter" in Meißen. Aktuell liege das am Halbleiter-Mangel - der Ukraine-Krieg könne das Problem noch verschärfen.

Das sächsische Wirtschaftsministerium rechnet mit weiteren Beeinträchtigungen, wie es auf TAG24-Anfrage mitteilte. Manche Unternehmen hätten aus Kostengründen auf "hochriskante Lieferbeziehungen" gesetzt. "So etwas sollte künftig nicht mehr passieren."

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Langfristig könne die Krise jedoch dazu führen, dass sich die Unternehmen unabhängiger machen. "Davon können hiesige Zulieferer wiederum profitieren."

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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