Hier wohnte einst der Oschatzer Feuermelder

Oschatz - In früheren Zeiten warnten Türmer die Menschen vor Feuer und Gefahren. In Oschatz hält ein Verein die Erinnerung an die alte Zeit wach und hofft auf Touristen.

Die ehrenamtliche Türmerin Dolma Hummel (73) vom Verein "Rettet St. Aegidien" hält ein Gästebuch der Türmerfamilie aus dem Jahr 1860 in den Händen.
Die ehrenamtliche Türmerin Dolma Hummel (73) vom Verein "Rettet St. Aegidien" hält ein Gästebuch der Türmerfamilie aus dem Jahr 1860 in den Händen.  © Waltraud Grubitzsch/dpa

Die historische Türmerwohnung in der Oschatzer Kirche St. Aegidien soll überregional bekannt werden. Dieses Ziel verfolgt der Verein "Rettet St. Aegidien" und ist deswegen Mitglied im Begegnungsraum Via Regia geworden.

Dort soll Geschichte entlang der alten Handelsstraße erlebbar werden. "Oschatz lag an der Via Regia von Santiago de Compostela nach Kiew", sagte der Vereinsvorsitzende Hans-Günter Sirrenberg.

Der heilige Aegidius, Namensgeber der Oschatzer Kirche, sei zudem der Schutzpatron der Handelsreisenden.

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Die Türmerwohnung ist ein liebevoll gepflegtes Kleinod in der Kirche. Bis 1968 sei sie bewohnt gewesen von einer Tochter des letzten Türmers Quietzsch, erzählte Sirrenberg.

In der Türmerwohnung der St. Aegidien-Kirche erläutert der ehrenamtliche Türmer Alexander Nitsche (r.) Besuchern den Seilzug, mit dem die Glocken geläutet werden konnten.
In der Türmerwohnung der St. Aegidien-Kirche erläutert der ehrenamtliche Türmer Alexander Nitsche (r.) Besuchern den Seilzug, mit dem die Glocken geläutet werden konnten.  © Waltraud Grubitzsch/dpa
Die zwei Türme der neugotischen St. Aegidien-Kirche prägen mit dem Rathaus (l.) das Stadtbild von Oschatz.
Die zwei Türme der neugotischen St. Aegidien-Kirche prägen mit dem Rathaus (l.) das Stadtbild von Oschatz.  © Waltraud Grubitzsch/dpa

Hoffnung auf mehr Gäste

Quietzsch, der außerdem noch ein Schuhmacher war, habe bis 1922 regelmäßig Feuerwache gehalten. Alle Viertelstunde musste er schauen, ob es in der Stadt brennt.

Heute empfängt ein "Türmerteam" aus rund 50 Ehrenamtlichen Gäste in der Wohnung, die sich für die Geschichte interessieren.

Jährlich steigen zwischen 6000 und 8000 Besucher die 199 Stufen hinauf. Für die Zukunft hoffen die Oschatzer, dass nun noch mehr Gäste kommen.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa

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