Kreuzfahrt nach Königstein: Tschechen erobern Sachsen mit altem Elbe-Dampfer

Königstein - Ahoi aus Böhmen! Der tschechische Raddampfer "Labe" (Elbe) erobert Sachsen: Das rund 80 Jahre alte Schiff der Labská Plavební Společnost aus Děcín wird erstmals ein Ziel im Gebiet der Sächsischen Dampfschifffahrt ansteuern. Seine erste Ausflugsfahrt über die Grenze geht am 28. Mai nach Königstein.

Im Mai erobert der Raddampfer "Labe" aus Děcín die Elbe auf sächsischer Seite.
Im Mai erobert der Raddampfer "Labe" aus Děcín die Elbe auf sächsischer Seite.  © Labska Plavebni Spolecnost

Die "Sonntagskreuzfahrt" mit Mittagessen an Bord startet um 9 Uhr in Děcín und ist als Tagesausflug mit Landgang geplant. Gegen 17.30 Uhr legt der Dampfer "Labe" dann wieder in Děcín an (www.labskaplavebni.cz).

Das 54 Meter lange Schiff wird vermutlich nicht auffallen in der sächsischen Elbe, sieht es den Dampfern der Weißen Flotte doch ähnlich. Tatsächlich wurde es nach dem Vorbild des 1880 auf der Blasewitzer Werft erbauten Dampfers "Kaiser Franz Josef" in den 1940er-Jahren in Prag erbaut.

Dorthin machte es am vergangenen Wochenende nach monatelanger Instandsetzung von Děcín aus seine erste Probefahrt.

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Laut Martin Komrska, Chef des Fahrgastschiffunternehmens, lief alles perfekt - der Fahrt nach Königstein steht demnach nichts mehr im Wege.

Konkurrenz machen will Komrska der Weißen Flotte nicht. "Wir arbeiten sehr gut zusammen." Und auch bei der Sächsischen Dampfschifffahrt bleibt man entspannt: "Wir sind an einer Zusammenarbeit interessiert", so Jochen Haubold (44), Nautischer Leiter.

Nach Dresden wird der Dampfer "Labe" vorerst nicht schippern. Komrska lässt es langsam angehen, wie er sagt. "Vielleicht im nächsten Jahr."

Die erste Fahrt nach Sachsen geht nach Königstein.
Die erste Fahrt nach Sachsen geht nach Königstein.  © picture alliance/dpa
Martin Komrska, Chef des Schiffsunternehmens.
Martin Komrska, Chef des Schiffsunternehmens.  © Jan Skvara

Der Dampfer "Labe" kam erst in den 1990er-Jahren nach Minden und später nach Bremen, wo er als "Weserstolz" unterwegs war. Mit seiner Rückkehr nach Tschechien im Mai 2022 bekam er seinen alten Namen zurück.

Titelfoto: Labska Plavebni Spolecnost

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