Kritik an Streckenausbau zwischen Chemnitz und Leipzig: Viadukt bleibt Nadelöhr

Chemnitz - In Sachen des heiß diskutierten Ausbaus der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig wird's langsam konkret. Momentan laufen erste Vermessungen. Die Deutsche Bahn hat bereits einen möglichen Taktfahrplan für den Start in rund acht Jahren erstellt. Weil jedoch nicht alle Abschnitte zweigleisig geplant werden, hagelt es nach wie vor Kritik.

Unter anderem auf dem Göhrener Viadukt wird die Strecke eingleisig bleiben.
Unter anderem auf dem Göhrener Viadukt wird die Strecke eingleisig bleiben.  © Ralph Kunz

Die Planungen für den 37 Kilometer langen Südabschnitt zwischen Geithain (bei Leipzig) und Chemnitz laufen. Schienen und Weichen sind bereits vermessen worden.

Bis 2023 folgen noch Brücken, Stützbauwerke, Bahnübergänge und Haltepunkte. Danach kann der Trassenausbau sowie der Bau fehlender Oberleitungen beginnen.

2029 soll der Südabschnitt fertiggestellt sein. "Für den Nordabschnitt zwischen Leipzig und Geithain beginnt die DB mit den weiterführenden Planungen, sobald der entsprechende Auftrag vorliegt", sagt ein Bahn-Sprecher.

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Ziel des Ausbaus sind eine höhere Streckenauslastung und der Fernverkehr. "Exakte Aussagen zur Taktung und den Zugzahlen kann die DB erst nach Abschluss der Vorplanung treffen."

Ohne kompletten Ausbau keine höhere Streckenauslastung?

Sebastian Drechsler (31) ist der Sprecher der Bahninitiative Chemnitz.
Sebastian Drechsler (31) ist der Sprecher der Bahninitiative Chemnitz.  © Kristin Schmidt

Dennoch gibt's ein erstes Betriebsprogramm. Demnach soll der RE im Halbstunden- und der Fernverkehrszug im Zweistunden-Takt (ersetzt jeweils einen RE zwischen Leipzig und Chemnitz) verkehren.

Stündlich sollen Züge zwischen Chemnitz-Burgstädt oder -Narsdorf und Leipzig–Geithain rollen. Alle zwei Stunden kommt der Güterzug hinzu.

Das Manko dabei: "Wenige Kilometer der Strecke werden eingleisig bleiben." Grund ist die Topografie. "Es handelt sich um sogenannte topografische Zwangspunkte, an denen ein zweigleisiger Ausbau technisch nicht möglich ist", so der Bahn-Sprecher. Konkret geht's um den Bereich des Burgstädter Viadukts und der "Klapperbrücke" am Küchwald.

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Dafür erntet die Deutsche Bahn Kritik. "Wir brauchen den kompletten zweigleisigen Ausbau, sonst kann die Kapazität nicht erhöht werden. Leipzig ist nun mal ein wichtiges Drehkreuz", sagt Sebastian Drechsler (31) von der Bahninitiative Chemnitz.

"Die Nachfrage in Verbindung mit dem 9-Euro-Ticket zeigt doch, wie wichtig eine gute Infrastruktur auf dieser Strecke ist", so Drechsler weiter.

Titelfoto: Ralph Kunz

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