Landrat frustriert: Abschuss-Erlaubnis für Problem-Wolf gestrichen

Löbau/Görlitz - Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) kassierte am gestrigen Dienstag bis auf Weiteres die Abschuss-Genehmigung für den Isegrim ein, der das Wildgatter in Krappe bei Löbau mehrfach heimgesucht und da Tiere getötet hatte.

Mithilfe einer Wildkamera konnten Aufnahmen von einem der Wölfe gemacht werden, der den mannshohen Festzaun des Wildgeheges überwindet.
Mithilfe einer Wildkamera konnten Aufnahmen von einem der Wölfe gemacht werden, der den mannshohen Festzaun des Wildgeheges überwindet.  © Ralf Nahrstedt

Das LfULG teilte nach einer internen Revision mit, man "schätzt den zumutbaren Herdenschutz als nicht gegeben ein, da die Zaunhöhe an einer Stelle unter den geforderten 1,80 Meter liegt".

Folglich muss das Verfahren gemäß Wolfsmanagementverordnung erneut durchlaufen werden.

Zur Einordnung: Das Wildgatter ist mehrere Hektar groß und sein Festzaun zwei Kilometer lang (Höhe 1,80 Meter mit Untergrabschutz). Bei jeder Rissbegutachtung wurde stichprobenartig überprüft. Nun identifizierte man eine Schwachstelle.

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Dort war der Zaun leicht nach außen geneigt und nur 1,60 bis 1,70 Meter hoch.

Inzwischen geht man davon aus, dass nicht nur ein Wolf regelmäßig das Wildgehege in Löbau-Krappe plündert.
Inzwischen geht man davon aus, dass nicht nur ein Wolf regelmäßig das Wildgehege in Löbau-Krappe plündert.  © Ralf Nahrstedt

Landrat Meyer von der CDU kritisiert die Umweltamt-Entscheidung - Er hält den Wolf für gefährlich

Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer (41, CDU) erwartet im konkreten Fall "eine kritische Selbstreflexion der Fachstelle Wolf und eine Entschuldigung gegenüber dem Tierhalter, da davon auszugehen ist, dass auch nach erweiterten Schutzmaßnahmen erneute Übergriffe erfolgen werden".
Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer (41, CDU) erwartet im konkreten Fall "eine kritische Selbstreflexion der Fachstelle Wolf und eine Entschuldigung gegenüber dem Tierhalter, da davon auszugehen ist, dass auch nach erweiterten Schutzmaßnahmen erneute Übergriffe erfolgen werden".  © dpa/Sebastian Kahnert

Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer (41, CDU) kritisiert die Entscheidung scharf: "Die jetzige Situation ist angesichts der erneuten Wolfsrisse von zwei Dammwildkälbern in der vergangenen Woche nicht mehr nachvollziehbar und weder gegenüber dem Tierhalter noch der Bevölkerung und den für die Umsetzung zur Verfügung stehenden Jägern vermittelbar."

"Ich bleibe bei meiner Kritik, dass die jetzige Wolfsmanagementverordnung in der Praxis untauglich ist und die Konflikte mit dem Wolf eher verschärft."

Titelfoto: Montage: Ralf Nahrstedt, dpa/Sebastian Kahnert

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