Mehr Drogen und Handys hinter Gittern: Wie kommt das alles bloß in den Knast?

Dresden - Das Gefangenenleben hinter Mauern ist berauschender geworden. 2021 wurden in Sachsens Haftanstalten mehr Drogen gefunden. Außerdem erhöhte sich die Zahl aufgespürter Handys.

Der Knast in Zeithain. Hier ist Handy-Schnüffler "Artus" stationiert.
Der Knast in Zeithain. Hier ist Handy-Schnüffler "Artus" stationiert.  © Eric Münch

378-mal wurden Knastis 2021 mit Drogen erwischt, 2020 waren es mit 281 deutlich weniger gewesen. Die meisten Fälle gab es in Dresden (129) und Leipzig (91). Spitzenreiter ist dabei Cannabis mit 191 Fällen.

Das kommt inzwischen auch öfter per Post bei den Knackis an, aber auch durch Besuche oder Überwürfe, wie Justizministeriumssprecherin Anna Gürtler bestätigt: "Als Gegenmaßnahmen werden regelmäßig Kontrollen in allen Bereichen der Justizvollzugsanstalten durchgeführt."

Gleichzeitig wurden mehr Handys sichergestellt. Waren es 2020 noch 236 gewesen, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 277. Die meisten Mobiltelefone (71) wurden in Leipzig gefunden.

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Erfolgreichster Fahnder ist übrigens immer noch Schnüffelnase Artus, der mit seinen zwölf Jahren inzwischen ein Senior ist. Seit 2013 ist der Belgische Schäferhund als Handyspürnase in Sachsens Knästen unterwegs. Allein in den ersten fünf Jahren spürte er mehr als 120 Mobiltelefone auf.

Offenbar sind die Gefangenen seit 2021 milder gestimmt. So gab es im vergangenen Jahr weniger Gewalt mit 129 Übergriffen unter den Häftlingen (2020: 148). 34-mal wurden Bedienstete angegriffen (2020: 39).

Schnüffelnase Artus mit Hundeführer Jörg Siebert bei der Arbeit.
Schnüffelnase Artus mit Hundeführer Jörg Siebert bei der Arbeit.  © Thomas Türpe
Drogenfunde hinter Gittern haben deutlich zugenommen.
Drogenfunde hinter Gittern haben deutlich zugenommen.  © 123RF
Gut gemacht! Artus hat ein Handy gefunden.
Gut gemacht! Artus hat ein Handy gefunden.  © Thomas Türpe

Möglicherweise spielt die Zahl der Häftlinge eine Rolle. Die betrug im vergangenen Jahr durchschnittlich 2860 von 3671 Plätzen. Coronabedingt waren Ersatzfreiheitsstrafen zeitweilig ausgesetzt worden.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, 123RF

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