Reichsbürger-Rentnerin aus Sachsen wollte Karl Lauterbach entführen und Personenschützer töten

Flöha - Die Generalbundesanwaltschaft (GBA) hat im mittelsächsischen Flöha eine 75-jährige Rentnerin festgenommen, weil sie angeblich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59) kidnappen wollte. Die Seniorin soll laut GBA der Reichsbürger-Szene angehören und Rädelsführerin einer terroristischen Vereinigung sein.

Große Aufregung im mittelsächsischen Flöha: Eine 75-jährige Rentnerin wurde am Donnerstagmorgen festgenommen.
Große Aufregung im mittelsächsischen Flöha: Eine 75-jährige Rentnerin wurde am Donnerstagmorgen festgenommen.  © Härtelpress

Polizisten aus Rheinland-Pfalz und vom sächsischen Landeskriminalamt stürmten Donnerstag früh das Haus von Dr. Elisabeth R. in Flöha.

Die einstige Theologie-Professorin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz wurde festgenommen und anschließend mit einem Polizeihubschrauber zur Bundesanwaltschaft nach Karlsruhe geflogen, wo sie einem Haftrichter vorgeführt wurde.

Laut GBA-Mitteilung soll die Rentnerin zum "administrativen Zweig" einer terroristischen Vereinigung gehören. "Diese Gruppierung hatte es sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland bürgerkriegsähnliche Zustände auszulösen und damit letztlich den Sturz der Bundesregierung und der parlamentarischen Demokratie herbeizuführen", erklärte Staatsanwältin Dr. Ines Peterson.

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Hierzu sei geplant gewesen, durch Sabotage von Einrichtungen der Stromversorgung einen bundesweiten "Black Out" herbeizuführen. "Überdies sollte der amtierende Bundesminister für Gesundheit, Prof. Dr. Karl Lauterbach, gegebenenfalls unter Tötung seiner Personenschützer gewaltsam entführt werden", so Peterson.

In diesem hübschen Häuschen in Flöha schlugen die Beamten zu und verhafteten die 75-jährige Theologin.
In diesem hübschen Häuschen in Flöha schlugen die Beamten zu und verhafteten die 75-jährige Theologin.  © Härtelpress
Sollte offenbar entführt werden: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD).
Sollte offenbar entführt werden: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD).  © picture alliance/dpa

Der mutmaßlich "militärische Zweig" der unter dem Namen "Vereinte Patrioten" agierenden Zelle - vier Männer aus Rheinland Pfalz, Brandenburg, Niedersachsen und Bayern - war bereits nach einer Razzia im April verhaftet worden. Schon damals hatte es auch in Flöha eine Durchsuchung gegeben.

Was die Großmutter und ihre Spießgesellen mit Karl Lauterbach anfangen wollten, ist den Behörden unklar. Auf TAG24-Nachfrage nannte GBA-Sprecherin Peterson die beabsichtigte Entführung einen "abstrakten Plan".

Die Vorwürfe der GBA lauten auf mittäterschaftliche Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund und Beteiligung als Rädelsführerin an einer terroristischen Vereinigung.

Titelfoto: picture alliance/dpa/Härtelpress

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