Sachsen: 17-Jähriger beinahe von Zug getötet, danach will er einsteigen und mitfahren

Grimma - Lebensgefährliche Aktion eines Jugendlichen am Donnerstag auf einer Zugstrecke in Sachsen!

Auf der Bahnstrecke zwischen Grimma und Großbothen musste am Donnerstag ein Personenzug eine Sofortbremsung einleiten, um einen 17-Jährigen nicht zu überfahren. (Symbolbild)
Auf der Bahnstrecke zwischen Grimma und Großbothen musste am Donnerstag ein Personenzug eine Sofortbremsung einleiten, um einen 17-Jährigen nicht zu überfahren. (Symbolbild)  © 123RF/olyasolodenko

Der 17 Jahre alte Algerier habe sich im Gleisbereich zwischen den Bahnhöfen Grimma und Großbothen aufgehalten, teilte die Bundespolizeiinspektion Leipzig am Freitagnachmittag mit.

Der Lokführer eines mit Fahrgästen besetzten Zuges habe die Gefahrensituation zum Glück rechtzeitig erkennen können und "unverzüglich eine Schnellbremsung" eingeleitet.

Deutlich wird die Dramatik anhand dieses Satzes im Polizeibericht: "Einen halben Meter vor dem Jungen kam der Triebwagen endlich zum Stillstand."

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Wenig schockiert soll der Teenie anschließend sogar versucht haben, mitten auf der Strecke in einen der Waggons einzusteigen, was ihm wegen der verriegelten Türen aber nicht gelang.

Er setzte sich deswegen neben den Zug, was die Besatzung eines Hubschraubers der Bundespolizei sah und Einsatzkräfte am Boden zu dem Jungen führte. Unverletzt wurde der 17-Jährige in polizeilichen Gewahrsam genommen.

Der Triebwagenführer hingegen musste seinen Dienst nach dem überraschenden Zwischenfall sofort abbrechen, da er nach dem Ereignis zu sehr unter Schock stand.

Weitere hochgefährliche Situation in Sachsen-Anhalt

Am Mittwoch überquerte eine Personengruppe die Gleise zwischen Köthen und Halle (Saale). (Archivbild)
Am Mittwoch überquerte eine Personengruppe die Gleise zwischen Köthen und Halle (Saale). (Archivbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Nach Angaben der Bundespolizei kam es einen Tag zuvor zu einer ähnlich lebensgefährlichen Situation.

Auf der Strecke von Köthen nach Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt sollen Unbekannte die Gleise überquert haben. Der aus Emden kommende und heranrauschende Intercity habe auf der Weiterfahrt nach Leipzig ebenfalls sofort eine Schnellbremsung einleiten müssen, "um einen Zusammenstoß mit der Personengruppe zu verhindern."

Die Personen seien daraufhin in eine unbekannte Richtung geflüchtet.

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Weil Erwachsene und vor allem Kinder immer wieder die Gefahren von Bahnanlagen unterschätzen, appelliert die Bundespolizei an die Bevölkerung: "Züge nähern sich heutzutage fast lautlos und können nicht einer Gefahrensituation ausweichen. Auch der Bremsweg ist deutlich länger als bei einem Auto."

Titelfoto: 123RF/olyasolodenko

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