Störung bei Wasserversorgung in Meißen: Wasser soll spätestens nachts kommen, aber abkochen!

Meißen - In Teilen Meißens ist seit den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstags die Trinkwasserversorgung massiv gestört. 50.000 Einwohner im Landkreis sind betroffen. Die Reperaturarbeiten sollen bis circa 20 Uhr andauern, meldet die Stadt Meißen am Nachmittag.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren bis spät in die Nacht vor Ort, um die havarierte Hauptleitung bei Sörnewitz zu reparieren. Weitere Technik musste angefordert werden.
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren bis spät in die Nacht vor Ort, um die havarierte Hauptleitung bei Sörnewitz zu reparieren. Weitere Technik musste angefordert werden.  © xcitepress/tb

Wie eine Rathaussprecherin früher am Tag gegenüber TAG24 erklärte, kommt es im Meißner Stadtgebiet derzeit zu massiven Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung.

Rund 50.000 Haushalte im Landkreis Meißen seien von der Störung betroffen, teilte das Landratsamt mit. Man arbeite mit Hochdruck an der havarierten Leitung und habe habe zusätzliche Technik angefordert. Unabhängig davon plane man eine Bypassleitung in Betrieb zu nehmen - eine provisorische Notfall-Leitung.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum Abend des heutigen Donnerstags abgeschlossen sein.

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Wichtiger Hinweis: Das Wasser aus der Bypassleitung muss vor dem Verzehr oder dem Zubereiten von Speisen abgekocht werden.

"Der Landkreis Meißen wird daher noch am heutigen Tage eine Allgemeinverfügung zum Abkochgebot auf der Website bekannt geben", so die Stadt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Meißen werde ab Freitag Proben des Wassers vornehmen. Weiter heißt es: "Wenn beide Beprobungen die für Trinkwasser entsprechenden Werte aufweisen, kann das Abkochgebot wieder aufgehoben werden." Dies werde jedoch voraussichtlich erst Anfang kommender Woche der Fall sein.

Die Reparaturarbeiten dauern am Donnerstagnachmittag an.
Die Reparaturarbeiten dauern am Donnerstagnachmittag an.  © xcitepress

Landkreis Meißen nach Wasserrohrbruch: Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb, Schulen sind zu

Viele öffentlich Einrichtungen im Landkreis Meißen arbeiten im Notbetrieb.
Viele öffentlich Einrichtungen im Landkreis Meißen arbeiten im Notbetrieb.  © Imago/Hohlfeld

Einzelne Gemeinden sollen zusätzlich mit Trinkwasserlastern versorgt werden. Hier handelt es sich um Bruchwasser. Es muss ebenfalls abgekocht werden.

Laut Angaben des Landratsamtes sind von der Störung vor allem die rechtselbischen Stadtteile von Meißen betroffen.

Man könne jedoch nicht ausschließen, dass es auch zu Problemen in Sörnewitz, in der Stadt Coswig, den linkselbischen Gebieten der Stadt Meißen, Gröbern, Ockrilla und Oberau in der Gemeinde Niederau, Teile der Gemeinde Klipphausen sowie der Gemeinde Diera-Zehren kommen kann.

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Seniorenheime , Pflegeheime und Krankenhäuser werden ebenfalls mit Trinkwasserlastern versorgt. Das Landratsamt bleibt für Besucher geschlossen.

Elblandklinikum Meißen: Keine Besuche möglich

Das Elblandklinikum in Meißen bleibt am Donnerstag für Besucher geschlossen. Die medizinische Versorgung ist sichergestellt.
Das Elblandklinikum in Meißen bleibt am Donnerstag für Besucher geschlossen. Die medizinische Versorgung ist sichergestellt.  © Holm Helis

In den betroffenen Gebieten bleiben Schulen und Kitas teilweise geschlossen oder sind im Notbetrieb, erklärte das Landratsamt. Dies geschieht "in Abhängigkeit von der Versorgungssituation".

Obwohl die Reparaturarbeiten zügig vorangingen sei auch für Freitag noch mit Auswirkungen der Havarie zu rechnen, so die Stadt Meißen in einer Pressemitteilung. Die Einrichtungen sollten jedoch so weit es gehe geöffnet bleiben.

Sei keinerlei Wasserversorgung vorhanden, solle zumindest im Bereich bis zur 4. Klasse eine Notbetreuung angeboten werden.

"Die Eltern werden gebeten zu prüfen, ob eine Betreuung notwendig ist. Kitas und Horte sichern dann eine Notbetreuung, die Horte in Absprache mit den Grundschulen", so die Stadt Meißen.

Auch das Elblandklinikum Meißen teilte auf Twitter mit, dass am heutigen Donnerstag keine Besuche möglich seien. Die medizinische Versorgung sei aber gesichert, hieß es.

Das Landratsamt betonte: Der Brandschutz im Landkreis Meißen ist gewährleistet. Man erarbeite derzeit ein Karte der betroffenen Gemeinden.

Nach wie vor werden Bürger gebeten, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Es wird empfohlen, die eigenen Vorräte an Trinkwasser zu überprüfen.

Freiwillige Feuerwehr Coswig liefert zahlreiche Fotos in einem Facebook-Post

Wasserhauptleitung bei Brockwitz geplatzt

Wasser lief aus der Hauptleitung und in eine Baugrube, das erschwert die Reparaturarbeiten. Zuvor ging ein wichtiges Bauteil - ein Schieber - kaputt.
Wasser lief aus der Hauptleitung und in eine Baugrube, das erschwert die Reparaturarbeiten. Zuvor ging ein wichtiges Bauteil - ein Schieber - kaputt.  © xcitepress/tb

Grund für die Störung: Die Wasser-Hauptleitung bei Brockwitz ist am gestrigen Mittwochabend gegen 19.30 Uhr geplatzt.

Ein sogenannter Schieber ist defekt, hieß es. Sobald ein Ersatzteil vor Ort ist, soll es verbaut werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Coswig war vor Ort, versuchte, die havarierte Leitung zu reparieren - vergeblich. Gegen 0.30 Uhr musste der Einsatz vorläufig abgebrochen werden.

Wasser lief aus der Hauptleitung und in eine Baugrube, das erschwert es, an die schadhafte Leitung zu gelangen, erklärte die Feuerwehr.

Inzwischen seien die Hochbehälter in Meißen, die städtischen Wasserspeicher, so gut wie leer. Folge: Seit Donnerstagnacht kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn.

Erstmeldung von 10.19 Uhr, aktualisiert um 16.18 Uhr

Titelfoto: xcitepress

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