Treibhausgas-Ausstoß in Sachsen mehr als halbiert: Umweltminister stellt neuen Bericht vor

Dresden - Die Treibhausgas-Emissionen in Sachsen sind zwischen 1990 und 2019 um rund 55 Prozent zurückgegangen.

Wolfram Günther (49, Grüne) möchte, dass der Treibgas-Ausstoß schneller zurückgeht.
Wolfram Günther (49, Grüne) möchte, dass der Treibgas-Ausstoß schneller zurückgeht.  © Bildmontage: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa, Norbert Neumann

Wie aus dem ersten, am heutigen Dienstag von Umweltminister Wolfram Günther (49, Grüne) in Dresden vorgestellten Bericht dazu hervorgeht, sank der Ausstoß in diesem Zeitraum von 117,7 Millionen Tonnen auf 52,6 Millionen Tonnen und damit um mehr als die Hälfte.

Der größte Effekt trat Anfang der 1990er-Jahre ein, Hintergrund war damals die Modernisierung von Anlagen durch den Umbruch in der Wirtschaft und der Energieversorgung, erläuterte der Minister.

Seit 2001 stagnieren die Emissionen - trotz des Wirtschaftswachstums und des gestiegenen Verkehrsaufkommens. Das sei allein das Ergebnis einer höheren Energieeffizienz.

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Größte Treibhausgas-Verursacher sind mit 58 Prozent Großfeuerungsanlagen und dabei zu 90 Prozent die Braunkohlekraftwerke, gefolgt vom Verkehr mit 17 Prozent.

Mit 13 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf lag der Freistaat über dem Bundesdurchschnitt (9 Tonnen), sagte Günther.

Die Zahlen zeigten, dass der Ausstoß an Treibhausgasen in Sachsen deutlich und schnell sinken müsse. Es habe sich in den vergangenen 20 Jahren zu wenig getan.

Sächsischer Umweltminister hofft, dass die Energiewende beschleunigt werden kann

Erneuerbare Energien, insbesondere die Windkraft, sollen schneller ausgebaut werden. (Symbolbild)
Erneuerbare Energien, insbesondere die Windkraft, sollen schneller ausgebaut werden. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Günther sieht vor allem Potenzial im Verkehrs- und Bausektor, während bei Kommunen eine deutliche Veränderung spürbar sei.

Mit der Beteiligung an Anlagen für erneuerbare Energien solle ein Anreiz geschaffen werden. In der Wirtschaft reife zudem die Überzeugung, dass Klimaneutralität ein Standortfaktor sei.

Günther geht davon aus, dass die Braunkohle nicht bis 2038 genutzt wird.

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Der Kohlekompromiss ist "keine Bestandsgarantie, sondern eine Obergrenze". Er hofft, dass der Wandel zu erneuerbaren Energien mit Blick auf den Strukturwandel in den Braunkohleregionen beschleunigt werden kann.

Laut Bericht nahm die Nutzung von erneuerbaren Energien seit 2001 leicht zu, während der Anteil von Mineralöl abnahm.

Vor allem bei der Windkraft zeige sich der geringe Ausbau der erneuerbaren Energiequellen, sagte Günther. Dort seien die Bremsen aber gelöst.

Titelfoto: Bildmontage: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa, Norbert Neumann

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