Sächsin Uta Pfützner erfüllte sich einen Traum und ist jetzt Buchautorin

Wilsdruff - Auf jeden Topf passt ein Deckel, heißt es. Um einen Traum herum oft auch zwei – die Deckel eines Buches.

Uta Pfützner (52) möchte den Lesern mit ihren Romanen eine Art Rückzugsort schaffen, an dem man mit den Helden der Geschichte lachen und weinen kann.
Uta Pfützner (52) möchte den Lesern mit ihren Romanen eine Art Rückzugsort schaffen, an dem man mit den Helden der Geschichte lachen und weinen kann.  © PR

Nicht wenige liebäugeln damit, ihre Gedanken auf Papier zu bringen, sie quasi festzuhalten für Leserschaft und Ewigkeit. Am Ende wird meist nichts daraus.

Anders bei Uta Pfützner (52) aus Mohorn. Die 52-Jährige hat im April ihren ersten Roman überhaupt herausgebracht: "Odins jüngster Sohn - Das Schiff".

In diesen Tagen legt sie mit Band 2 nach, "Odins jüngster Sohn - Das Schwert".

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Plötzlich Schriftstellerin - wie krass ist das denn!?

Eigentlich ist das Schreiben ja schon seit Jahren Uta Pfützners Beruf. "Allerdings geht es da eher um die Betreuung von Homepages oder das Beschreiben von Produkten", erklärt sie.

Ob Werkzeuge, Farben oder Küchengeräte: Die Mohornerin bringt die Vorzüge verschiedenster Waren prägnant auf den Punkt.

Und warum plötzlich Fiktion? Nun, da gab es eigentlich drei Gründe...

"Erstens faszinieren mich Mythen und Legenden", schwärmt Uta Pfützner. Egal aus welchem Land. Zweitens gab es da diese starke Verbindung zum Norden, die sie mit ihrem Vater, einem Mecklenburger, teilte. Sie ist auch die Grundlage ihrer ersten Bücher.

Begegnung im Schwimmbad sorgte dafür, dass die "Saat" aufging

Der nordische Gott Odin (l.) wird oft als Reiter dargestellt. Er gilt als kriegerisch, hat aber auch etwas von einem Schamanen. Die Götter des Nordens - hier Thor (r.) - gehen nicht gerade als sanftmütige Gesellen durch. Oder täuscht die Legende?
Der nordische Gott Odin (l.) wird oft als Reiter dargestellt. Er gilt als kriegerisch, hat aber auch etwas von einem Schamanen. Die Götter des Nordens - hier Thor (r.) - gehen nicht gerade als sanftmütige Gesellen durch. Oder täuscht die Legende?  © Bildmontage: 123rf/fotokostic & 123rf/liliyabutenko

Pfützner: "Kurz vor seinem Tod sahen wir uns gemeinsam eine TV-Doku über Oslo an. Über die Jetzt-Zeit und die Geschichte, auch über die Wikinger."

Darüber solltest Du mal schreiben, habe ihr Vater ihr geraten. Eine Idee begann in der heute 52-Jährigen zu keimen.

Doch dass diese "Saat" auch aufging, hat mit Grund Nummer 3 zu tun – einer eher zufälligen (oder schicksalhaften?) Begegnung im Freibad.

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Uta Pfützner: "Dort traf ich im Sommer 2020 eine Frau, die einen Verlag gründen wollte." Schwerpunkt Fantasy-Romane.

"Eine Minute lang habe ich dort gesessen, meine Finger geknetet und mich gefragt, ob ich über meine Buchpläne sprechen soll", erinnert sich die Mutter zweier Kinder lachend. Dann hat sie es getan.

Bingo – der "Legionarion Verlag" wurde nicht nur gegründet, er verlegt heute auch Uta Pfützners Bücher.

Pfützner versucht Fantasy und Realität zu verbinden

Fantasie oder Realität? "Bitte beides", sagt die frisch gebackene Schriftstellerin, und versucht in ihren Werken eine Verknüpfung beider Welten.
Fantasie oder Realität? "Bitte beides", sagt die frisch gebackene Schriftstellerin, und versucht in ihren Werken eine Verknüpfung beider Welten.  © 123rf/jozefklopacka

In denen versucht die Neu-Autorin Realität und Fantasy miteinander zu verweben. Soll heißen: Ihre Geschichten spielen "nicht irgendwo im Nirgendwo", wie sie betont, sondern haben immer auch einen Bezug zum Alltag.

In ihrer Roman-Trilogie "Odins jüngster Sohn" zum Beispiel geht es um einen jungen Mann von heute, der nach Norwegen zieht, dort arbeitet und immer tiefer in die nordische Mythologie eintaucht. Und der Leser mit ihm.

Auch wenn für Uta Pfützner mit dem Schreiben ein Traum in Erfüllung ging, hat sie keine Illusionen, was Arbeitsaufwand und Vergütung betrifft.

"Ohne Disziplin geht gar nichts", weiß die Mohornerin, die sich deshalb oft schon um sechs Uhr früh mit einem Kaffee vor ihrem Rechner wiederfindet. Ihre kreativste Tageszeit!

Es sind die Stunden, in denen aus Ideen Worte werden. Seiten und Kapitel. Schließlich Bücher.

"Als ich meinen ersten gedruckten Roman in der Hand hielt, fühlte es sich an wie bei einer Geburt", sagt Uta Pfützner, "nur ohne Schmerzen". Sie lacht.

Klar ist es ihr Ziel – wie bei jeder Schriftstellerin – einmal von den Romanen leben zu können. "Doch der Weg dorthin ist weit", weiß sie, auch wenn ihr erstes Buch bei den Lesern großartig ankam.

Ihren "Brot-und-Butter"-Job, das Beschreiben von Produkten, will Uta Pfützner jedenfalls erstmal tunlichst behalten.

Abenteuer im hohen Norden

Links Band 1 der Trilogie, rechts Band 2, der diese Woche auf den Markt kommt.
Links Band 1 der Trilogie, rechts Band 2, der diese Woche auf den Markt kommt.  © PR

Uta Pfützners Trilogie "Odins jüngster Sohn" entführt in das Skandinavien von heute, lässt dabei aber auch die jahrhundertealte nordische Mythologie wieder aufleben.

Im ersten Band "Das Schiff" zieht der junge Dominik nach Oslo, um Schiffe zu bauen. Dank einer faszinierenden jungen Frau lernt er eine Gemeinschaft kennen, die in ihrer Freizeit nach den Bräuchen der Wikinger lebt. Sein geheimnisvoller Tutor Asbjörn spielt dort eine große Rolle. Noch ahnt Dominik nicht, wer Asbjörn wirklich ist und was ihn mit ihm verbindet... (224 Seiten, 15 Euro; Legionarion Verlag).

Teil 2 der Trilogie ("Odins jüngster Sohn - Das Schwert") kommt am Donnerstag in den Handel, Teil 3 ("Das Amulett") voraussichtlich kurz vor Weihnachten.

Alle Romane sind auch als günstige E-Books erhältlich.

Titelfoto: Bildmontage: PR (3)

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