Weil es an Toiletten mangelt: Wanderer schlagen sich in die Büsche

Pirna - Die Wanderung war lang, die Blase ist voll, die Gasthäuser und damit die Toiletten aber sind zu. An den Parkplätzen der Sächsischen Schweiz sieht man immer öfter Gäste, die mit verkrampftem Hintern ein "stilles Örtchen" suchen und sich dann in die Büsche schlagen müssen. Die Not mit der Notdurft schreit nach einem ein Konzept.

Der Berg ruft! Doch die Kneipen sind geschlossen und damit meist die Toiletten.
Der Berg ruft! Doch die Kneipen sind geschlossen und damit meist die Toiletten.  © 123RF / Marek Kijevský

Das Problem mit mangelnden Sanitäreinrichtungen war bereits vor Corona bekannt.

Geschäftsführer Tino Richter vom Tourismusverband: "Mit dem inzwischen anhaltenden Ansturm hat es sich noch verschärft." Das Landratsamt plant jetzt zumindest jetzt eine Studie, um die Parkplätze und nötige Standorte für Toiletten zu erfassen.

Denn nicht nur die biologischen Hinterlassenschaften sind ein Problem für die Ästhetik und die Natur.

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Während sich der Kot nach etwa einem Monat abbaut, braucht ein Papiertaschentuch zwischen einem und fünf Jahren, eine Windel gar über 500 Jahre.

Im Bielatal startet Sachsenforst gerade ein Pilotprojekt.

Auf zwei der schlimmsten Problem-Parkplätze (jeweils 10.000 Waldbesucher im Jahr) wird bis zu den Sommerferien eine Trockentrenntoilette der Marke "Goldgrube" aufgestellt.

Viele Wanderer scheuen sich zu Recht davor, sich wegen der Notdurft ins Gebüsch zu verdrücken.
Viele Wanderer scheuen sich zu Recht davor, sich wegen der Notdurft ins Gebüsch zu verdrücken.  © 123RF / Blazej Lyjak
In der Trockentrenntoilette "Goldgrube" werden feste und flüssige Bestandteile separiert.
In der Trockentrenntoilette "Goldgrube" werden feste und flüssige Bestandteile separiert.  © PR

Die heißt so, nicht weil Gäste in Not hier abgezockt werden sollen, sondern weil der von den flüssigen Bestandteilen getrennte Kot direkt für die Biogasanlage geeignet ist. Weitere Infos unter holzapfel-konsorten.de.

Titelfoto: Montage: 123RF / Marek Kijevský / 123RF /

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