Wegen Preisexplosion: Erster Vermieter dreht das heiße Wasser ab!

Dippoldiswalde (Sachsen) - Noch bevor der Gashahn vielleicht zugedreht wird, klemmt ein Großvermieter seinen Mietern Heizung und Warmwasser ab. In sozialen Netzwerken regt sich Unmut, für den Geschäftsführer unverständlich.

Wer warm duschen will, muss sich nun nach dem vom Vermieter vorgegebenen Zeitplan richten.
Wer warm duschen will, muss sich nun nach dem vom Vermieter vorgegebenen Zeitplan richten.  © 123RF/nikkytok

600 Wohnungen stellt die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde (700 Mitglieder) bereit. Viele Mieter entdeckten zuletzt einen Aushang im Hausflur.

Die Heizung ist bis September abgestellt. Klingt akzeptabel.

Doch auch heißes Wasser gibt es zwischen 9 und 11 Uhr, 13 und 17 Uhr sowie 21 bis 4 Uhr nicht mehr.

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Im Netz hielten viele den Aushang für eine Fälschung. Aber: "Ich kann die Richtigkeit des Schreibens bestätigen", sagt Falk Kühn-Meisegeier (52), Geschäftsführer der Genossenschaft.

"Die Situation ist doch jedem bekannt. Die Gas- und Strompreise sind richtig teuer geworden und sie werden wohl noch steigen."

Dass bis September die Heizung benötigt wird, hält Kühn-Meisegeier für unwahrscheinlich. "Zwischen 9 und 11 Uhr sind die meisten arbeiten", sagt er zu der Warmwasser-Abstellung. "Trotzdem müssen Mieter auch in der Zeit dafür zahlen, dass das Wasser warmgehalten wird."

Die Mieter wurden per Aushang über die ungewöhnliche Maßnahme informiert.
Die Mieter wurden per Aushang über die ungewöhnliche Maßnahme informiert.  © privat
In den Blöcken der Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde wird nun stundenweise das heiße Wasser abgeklemmt.
In den Blöcken der Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde wird nun stundenweise das heiße Wasser abgeklemmt.  © Holm Helis

Gänzlich kalt wird es während der Zeit nicht, denn ein Rest Warmwasser bleibt auch in der Sperrzeit im Kessel vorhanden. Wie viel sich durch den ungewöhnlichen Schritt einsparen lässt, steht noch nicht fest.

Auch nicht, wann wieder durchgängiges warmes Wasser zur Verfügung steht: "Das wird sein, wenn sich das alles wieder entschärft", so der Chef. "Bislang sehe ich das aber noch nicht."

Titelfoto: Montage: 123RF/nikkytok, privat

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