Wiktoria (†16) im Garagenkomplex erstochen: Die Polizei jagt den Mörder

Großröhrsdorf - Wieso musste Wiktoria (†16) sterben? Mit einem Großaufgebot versuchte die Polizei am Donnerstag in Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen), den grausamen Tod der Oberschülerin zu klären. Doch bis zum Abend fand sich keine heiße Spur.

Warum wurde Wiktoria (†16) umgebracht?
Warum wurde Wiktoria (†16) umgebracht?  © privat

Sie drehten buchstäblich jeden Stein um: Ab dem Morgen zogen Polizisten durch die Kleinstadt, begannen in Tatortnähe an der Johann-Sebastian-Bach-Straße, kippten Mülltonnen aus, sahen in die Gullys und kletterten mit Leitern auf Garagendächer.

Mit einer 3-D-Kamera fertigten Spezialisten Bilder an. Auf der Georg-Hans-Straße fanden sie eine Gartenschere: "Kann nicht sein", so ein Polizist nach längerer Betrachtung. Kein Blut, viel zu rostig.

Später wurde auch der Bach durchkämmt, die Polizei klingelte bei den Nachbarn. "Zeugen beschreiben, einen jungen Mann gesehen zu haben", sagt Polizeisprecher Kai Siebenäuger.

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"Wir gehen allen Hinweisen, auch auf Personen nach. Eine heiße Spur haben wir noch nicht."

Auch soll es an dem Garagenkomplex schon vor einigen Tagen zu Streitigkeiten eines Pärchens gekommen sein. Ob das mit dem Mordfall zu tun hat, ist aber noch unklar.

Eine Mülltonne nach der anderen entleerten die Polizisten am Donnerstag auf der Suche nach Hinweisen auf den Täter von Großröhrsdorf.
Eine Mülltonne nach der anderen entleerten die Polizisten am Donnerstag auf der Suche nach Hinweisen auf den Täter von Großröhrsdorf.  © Holm Helis

16-Jährige stirbt durch Stichwunden

Auf den Garagendächern fand sich ebenfalls keine Tatwaffe.
Auf den Garagendächern fand sich ebenfalls keine Tatwaffe.  © Holm Helis

Das war passiert: Am Mittwochnachmittag waren Einsatzkräfte zum Garagenkomplex gerufen worden. Ein nach Augenzeugen-Aussagen junger Mann sei vom Tatort geflüchtet.

Zurück blieb das schwer verletzte, blutende Mädchen, das offenbar mehrere Messerstiche erlitten hatte. Dabei handelte es sich um die erst 16 Jahre alte Wiktoria, sie starb nur Minuten später.

In der Kleinstadt sorgt der unglaubliche Fall für Unruhe: Die zehnte Klasse der Oberschule, die Wiktoria besuchte, wurde nach Hause geschickt. Die Polizei war auch dort und untersucht das persönliche Umfeld.

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"Ich habe meine Kinder heute überhaupt nicht zur Schule gelassen", sagte ein Vater gegenüber TAG24.

Zwar beschrieb ein Zeuge, dass der Tat eine Art Beziehungsstreit vorausgegangen sei, doch bestätigen konnte die Polizei das nicht: "Wir wissen nicht, in welcher Beziehung Täter und Opfer zueinander standen", so der Polizeisprecher. "Auch nicht, ob sie sich überhaupt kannten."

Auch in der Röder suchte die Polizei nach der möglichen Waffe.
Auch in der Röder suchte die Polizei nach der möglichen Waffe.  © xcitepress

Polizei mahnt: "Niemand sollte in Panik verfallen"

Polizeisprecher Kai Siebenäuger (42) bittet um Zeugenhinweise.
Polizeisprecher Kai Siebenäuger (42) bittet um Zeugenhinweise.  © Holm Helis

Wiktoria wurde in der letzten Zeit oft in der Gegend rund um den Tatort gesehen, obwohl sie eigentlich im fünf Kilometer entfernten Lichtenberg lebte.

"Sie hatte viele Freunde", sagt eine Bekannter. In ihrem Heimatdorf beschreiben Nachbarn sie als "ein ganz liebes Mädchen". Sie hatte noch vor, ihren Moped-Führerschein zu machen.

"Ich kann verstehen, dass die Anwohner jetzt verunsichert sind", so der Polizeisprecher. "Trotzdem sollte niemand in Panik verfallen. Wer etwas weiß oder Verdächtiges gesehen hat, soll sich bitte umgehend bei uns melden. Die Polizei wird weiter im Ort präsent bleiben und ist ansprechbar."

Wer Hinweise zur Tat oder zum mutmaßlichen Täter hat, erreicht die Polizei unter der Telefonnummer 03581/4680.

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis und Privat

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