Zahl der Asylbewerber in Sachsen steigt erneut: Städte suchen Unterkünfte

Leipzig/Chemnitz/Dresden - Sachsens Großstädte wappnen sich für eine erneut steigende Zahl an Asylbewerbern und suchen dringend Wohnraum. Doch der ist selbst für Einheimische mitunter knapp.

Die Stadt Leipzig bereitet aktuell weitere Gemeinschaftsunterkünfte wie diese für den Einzug von Geflüchteten vor.
Die Stadt Leipzig bereitet aktuell weitere Gemeinschaftsunterkünfte wie diese für den Einzug von Geflüchteten vor.  © Sebastian Willnow/dpa

So nutzt etwa die Stadt Leipzig schon seit längerem Wohncontainer, um Geflüchtete unterzubringen, ebenso wie Zelte zur Notunterbringung.

Im August und September wurden zwei neue Gemeinschaftsunterkünfte mit zusammen rund 300 Plätzen in Betrieb genommen, wie die Stadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. "Aktuell werden zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte mit circa 200 Plätzen für eine Nutzung vorbereitet."

Parallel dazu würden weitere Einrichtungen gesucht, um Geflüchteten ein Dach über dem Kopf zu bieten.

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Nachdem in den vergangenen Monaten Zehntausende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Sachsen Zuflucht gefunden hatten, nahm zuletzt auch die Zahl der Asylbewerber aus anderen Ländern wieder deutlich zu.

Waren es laut Landesdirektion Anfang August etwas mehr als 300 pro Woche, wurden Anfang September schon etwa 900 in einer Woche gezählt. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Türkei, Venezuela und Afghanistan.

Laut Innenminister: Sachsen steht vor Kapazitätsgrenze

Innenminister Armin Schuster (CDU) hatte vorige Woche von galoppierenden Zahlen gesprochen und gewarnt, dass der Freistaat bald an der Kapazitätsgrenze sei.

In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen demnach noch rund 500 Geflüchtete pro Monat nach Sachsen, im Juli sei die Zahl schon auf 1500 gestiegen - Flüchtlinge aus der Ukraine nicht eingerechnet. Für August ging das Innenministerium von rund 2000 Schutzsuchenden aus.

Dabei handelt es sich den Angaben nach vor allem um Menschen, die über die sogenannte Balkanroute kommen. Die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes waren zuletzt zu 76 Prozent ausgelastet.

Laut Schuster wird die Weiterverteilung auf die Kommunen zusehends schwieriger.

Städte wollen Turnhallen, Hotels und Privatwohnungen miteinbeziehen

Viele Geflüchtete kommen aus der Ukraine, weitere aber auch über die Balkanroute aus anderen Ländern.
Viele Geflüchtete kommen aus der Ukraine, weitere aber auch über die Balkanroute aus anderen Ländern.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Beispiel Dresden. Dort besteht nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht nur für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ein Aufnahmestopp.

Auch die Zuweisung von Flüchtlingen aus anderen Ländern sei bis Ende des Monats ausgesetzt. Derzeit werde mit privaten Eigentümern über Wohnraum verhandelt. Zudem werde daran gearbeitet, städtische Immobilien herzurichten.

"Kurzfristig ist dadurch eine Schaffung von bis zu 279 Plätzen möglich." Auch eine Unterbringung in Hotels wird den Angaben zufolge geprüft.

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Die Stadt Chemnitz hatte ebenfalls jenseits der Ukraine-Flüchtlinge in den vergangenen Monaten mehr Asylbewerber unterzubringen. Im Juli seien es 49 gewesen, für September werde von 80 ausgegangen, teilte die Stadt mit.

Die Landesdirektion und der kommunale Spitzenverband hätten darüber informiert, dass mit einer weiteren Erhöhung der Zuweisungen an die Städte und Landkreise zu rechnen sei. Damit werde ab Mitte Oktober gerechnet.

Grundsätzlich würden die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften und angemieteten Wohnungen einquartiert. "Im Bedarfsfall können Notunterkünfte in Turnhallen zur Verfügung gestellt werden."

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa

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