Zu viele Metalldiebe! Grenzbrücke nach Polen wird jetzt von Ex-Soldaten bewacht

Hirschfelde - In Hirschfelde (bei Görlitz) hat die Deutsche Bahn die Faxen dicke! Weil vor Ort an der Eisenbahnbrücke immer wieder Kabel von Metalldieben geklaut wurden, spendierte der Konzern dem Bauwerk jetzt Leibwächter.

Die Eisenbahnbrücke Hirschfelde war ein "beliebtes" Ziel von Metall- und Kabeldieben. Jetzt wird sie rund um die Uhr bewacht. Die Brücke über die Neiße verbindet Deutschland mit Polen.
Die Eisenbahnbrücke Hirschfelde war ein "beliebtes" Ziel von Metall- und Kabeldieben. Jetzt wird sie rund um die Uhr bewacht. Die Brücke über die Neiße verbindet Deutschland mit Polen.  © Steffen Füssel

Rund um die Uhr wird die Eisenbahnbrücke über die Neiße nun von geschulten und Security-Leuten bewacht, die teilweise aus ehemaligen Bundeswehrsoldaten mit Einsatzerfahrungen in Afghanistan rekrutiert wurden. In ihrem neuen Job arbeiten sie mit der Bundespolizei zusammen.

Was das kostet, will der Staatskonzern auf Nachfrage nicht näher beziffern. Es scheint aber gerechtfertigt angesichts der Kosten, die in den vergangenen Monaten regelmäßig anfielen, weil dreiste Langfinger immer wieder zuschlugen.

Beispiel Oktober 2022: Allein innerhalb einer Woche nahmen Buntmetall- und Kabeldiebe die Eisenbahnbrücke dreimal ins Visier.

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Sie zerschnitten und stahlen Melde- und Signalkabel und demolierten Kabelschächte, um Material zu klauen und erbeutetes Kupferkabel zu Geld machen zu können.

Nach dem Kabel-Klau "versilbern" die Diebe ihre Beute und verkaufen diese an Schrotthändler.
Nach dem Kabel-Klau "versilbern" die Diebe ihre Beute und verkaufen diese an Schrotthändler.  © Daniel Naupold/dpa
Direkt an der Grenze nahe der Eisenbahnbrücke hat DB-Sicherheit einen Büro-Container aufstellen lassen, für die Mitarbeiter, die die Brücke bewachen.
Direkt an der Grenze nahe der Eisenbahnbrücke hat DB-Sicherheit einen Büro-Container aufstellen lassen, für die Mitarbeiter, die die Brücke bewachen.  © Steffen Füssel/DPA

"Alternative Bauweise" soll helfen, aber wann?

Eine Sprecherin der Bahn teilt mit: "Langfristig halten wir zusätzlich daran fest, eine alternative Bauweise zu realisieren, welche Schäden verbunden mit massiven Einschnitten in die Nutzbarkeit der Bahnstrecke und die Brückenstatik erschweren soll. Hierzu sollen die Kabel am Boden außerhalb der Brückenkonstruktion verlegt werden."

Das entsprechende Genehmigungsverfahren läuft wohl schon. Es wird - wie der anschließende Bau - aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Bahnsprecherin erklärt: "Einen genauen Fertigstellungstermin können wir derzeit noch nicht nennen. Erst nach Abschluss der Arbeiten können wir uns zu den Kosten äußern."

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Steffen Füssel/dpa, Daniel Naupold/dpa

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