Frühling im Februar! Erste Störche sind wieder in Sachsen

Glauchau - Es ist noch nicht mal März, doch im Zwickauer Land sind die Störche schon wieder zurück. Das Paar auf dem Schornstein am Glauchauer Gründelpark ist auf seinem Brutplatz, auch in Mosel, Cunersdorf oder Zschocken thront Adebar bereits auf seinem Aussichtsposten.

Auf dem Schornstein einer Waldenburger Keramikwerkstatt ist der erste Storch zurück. Er baut am Nest und ruft nach seiner Dame.
Auf dem Schornstein einer Waldenburger Keramikwerkstatt ist der erste Storch zurück. Er baut am Nest und ruft nach seiner Dame.  © Andreas Kretschel

Kündigen die Störche den Frühling an? "Ob die frühe Rückkehr etwas mit Klima und Wetter zu tun hat, wird derzeit erforscht", erklärt Ornithologe Jens Hering (58).

"Klar ist, dass die Weißstörche schon seit einiger Zeit die langen Zugwege nach Afrika nicht mehr vollziehen. Sie überwintern jetzt meist im Mittelmeerraum, von Spanien bis nach Portugal."

Horstbetreuer beobachten schon länger, dass Mitte oder Ende Februar vereinzelt Weißstörche zurückkehren. Die Meldungen in diesem Jahr seien jedoch "auffallend".

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Zwickau Im Einzelhandel kennt sie sich aus: Oberbürgermeisterin bei Aldi an der Kasse

Etwas Vergleichbares hinsichtlich der hohen Anzahl zurückgekehrter Störche zu diesem frühen Zeitpunkt habe es in den Vorjahren noch nicht gegeben. Zudem seien die Brutplätze zum Teil schon paarweise besetzt.

"Festgestellt wird dieser Trend nur beim Weißstorch", ergänzt Jens Hering. "Wir haben hier in der Region ja auch noch den Schwarzstorch. Doch der überwintert weiterhin in Afrika."

Zehn bis zwölf Weißstorch-Paare leben im Landkreis Zwickau, deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. "Die Tiere brüten ab April, jetzt gibt es aber bereits Balz-Aktivitäten, und die Störche bauen am Nest."

Ein zurückgekehrter Weißstorch: So sieht es auf vielen Schornsteinen im Landkreis Zwickau aus.
Ein zurückgekehrter Weißstorch: So sieht es auf vielen Schornsteinen im Landkreis Zwickau aus.  © Andreas Kretschel
Jens Hering (58) ist Ornithologe in der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Zwickau.
Jens Hering (58) ist Ornithologe in der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Zwickau.  © Andreas Kretschel

Im Gebiet um Waldenburg hat in diesem Jahr sogar ein Storch überwintert. "Hier bei uns ist das noch die Ausnahme, aber in anderen Regionen Deutschlands ist das schon normal."

Titelfoto: Andreas Kretschel

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