Frau ist verzweifelt: "Mein Nachbar will mir die Fenster zumauern"

Limbach-Oberfrohna - Christine Kretzschmar (74) aus Limbach-Oberfrohna ist stinksauer: "Mein Nachbar will mir meine Fenster zumauern!" Im Obergeschoss ihres Hauses in der Helenenstraße genießt die Rentnerin bisher freie Sicht, doch schon bald soll sie hier auf eine Wand starren.

Der Eigentümer des Nachbargrundstücks will seinen Neubau bis an Christine Kretzschmars (74) Haus bauen.
Der Eigentümer des Nachbargrundstücks will seinen Neubau bis an Christine Kretzschmars (74) Haus bauen.  © Maik Börner

Der Eigentümer des Nachbargrundstücks will dort die Ruine abreißen und ein neues Gebäude über eine etwa vier Meter breite Einfahrt bis an die Grundstücksgrenze von Christine Kretzschmars Haus heranbauen.

"Die Fenster des Kinderzimmers auf der Giebelseite werden dadurch zugemauert. Für mich ist das eine halbe Enteignung", schimpft die Rentnerin. Ihre Enkel würden das Zimmer regelmäßig nutzen, hätten dann beim Spielen kein Licht mehr.

Der Nachbar sieht das anders: "Wir wollten der Frau entgegenkommen, boten ihr an, Flächenfenster auf unsere Kosten in ihr Dach einzubauen. Das hat sie abgelehnt", erklärte der Bauleiter, der mit dem Grundstückseigentümer aus München zusammenarbeitet.

Die 74-Jährige, die seit 1977 in dem Haus wohnt, legte Widerspruch bei Stadt und Landesdirektion ein. "Beide Male erfolglos", bestätigt ihr Anwalt Mario Studnicka (57).

Widersprüche bei der Stadt und Landesdirektion blieben bislang erfolglos.
Widersprüche bei der Stadt und Landesdirektion blieben bislang erfolglos.  © Maik Börner
Christine Kretzschmar (74) fürchtet um die freie Sicht aus der Giebelseite ihres Hauses.
Christine Kretzschmar (74) fürchtet um die freie Sicht aus der Giebelseite ihres Hauses.  © Maik Börner

Im Widerspruchsbescheid heißt es: "Das Vorhaben widerspricht nicht nachbarschützenden Vorschriften." Frei stehende Mehrfamilienhäuser seien entlang der Helenenstraße nicht die Regel und somit eine Grenzbebauung zulässig. Außerdem sei nicht ersichtlich, dass die Fenster im Kinderzimmer bestandsgeschützt sind.

Christine Kretzschmar ist enttäuscht, hätte insbesondere von der Stadt mehr Unterstützung erwartet: "Ich habe es satt. Gegen die Entscheidung will ich klagen."

Titelfoto: Maik Börner

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