Mahnmal für Neonazi-Opfer zertrümmert: Neuer Gedenkstein für Patrick Thürmer (†17)

Hohenstein-Ernstthal - Anfang Oktober gedachte Hohenstein-Ernstthal des 1999 von Neonazis getöteten Patrick Thürmer (†17). Rund 100 Menschen kamen 22 Jahre später vor der Gedenktafel zusammen, legten Blumen nieder. Wenige Tage danach wurde das Mahnmal von Unbekannten zerstört.

Nur wenige Tage vor der dem Vandalismus gedachten rund 100 Menschen dem Jahrestag der Gräueltat - die meisten von ihnen waren Jugendliche.
Nur wenige Tage vor der dem Vandalismus gedachten rund 100 Menschen dem Jahrestag der Gräueltat - die meisten von ihnen waren Jugendliche.  © Facebook/privat

Udo Friedrich (51) hat fast 600 Euro für eine neue Tafel gesammelt. Der Vandalismus traf ihn schwer: "Ich war bei der Gedenkfeier. Kurz danach alles zertrümmert. Was sind das für Zeiten?!"

Für seinen beherzten Einsatz gab's Lob aus dem Rathaus: "Ich war überrascht, freue mich sehr über die Spendenaktion", sagte Oberbürgermeister Lars Kluge (44, CDU), der sich sonst selbst um eine Erneuerung der Gedenkstätte gekümmert hätte.

Die neue Steinplatte, die an Patrick Thürmer erinnern soll, wird genau so aussehen wie ihr Vorgänger - der Steinmetz wurde bereits beauftragt.

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OB Kluge hat nach der Zerstörung des Mahnmals Anzeige erstattet. "Offenbar wurde die Tafel mit einem Gegenstand zerschlagen", so die Polizei. Nun laufen Ermittlungen gegen unbekannt.

In dieser Fassung befand sich die Gedenktafel des 1999 ermordeten Patrick Thürmer (†17), bevor sie von Unbekannten zerstört wurde. Udo Friedrich (51) war fassungslos - und trommelte Geld für eine neue Tafel zusammen.
In dieser Fassung befand sich die Gedenktafel des 1999 ermordeten Patrick Thürmer (†17), bevor sie von Unbekannten zerstört wurde. Udo Friedrich (51) war fassungslos - und trommelte Geld für eine neue Tafel zusammen.  © Ralph Kunz

Der Oelsnitzer Punker Patrick Thürmer wurde am 2. Oktober 1999 brutal überfallen, mit Billardqueue und Axtstiel totgeschlagen. Zuvor war es zu Schlägereien zwischen Punks und Neonazis in Hohenstein-Ernstthal gekommen. Der 17-Jährige war auf dem Heimweg, als er Opfer der Rechtsextremisten wurde.

Titelfoto: Ralph Kunz

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