Personalmangel! Kinderklinik Lichtenstein stellt vollstationären Betrieb vorerst ein

Lichtenstein - Jetzt steht es fest, die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am DRK Krankenhaus Lichtenstein wird vorerst den Betrieb einstellen!

Der vollstationäre Betrieb an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am DRK Krankenhaus Lichtenstein wird vorerst eingestellt.
Der vollstationäre Betrieb an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am DRK Krankenhaus Lichtenstein wird vorerst eingestellt.  © Ralph Kunz

Wie die Einrichtung mitteilte, wird am Freitag aufgrund fehlender fachärztlicher Behandlungskapazitäten die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am DRK-Krankenhaus Lichtenstein vorläufig den vollstationären Betrieb einstellen.

Eine ordnungsgemäße, vollschichtige fachärztliche Patientenversorgung sei aktuell nicht mehr möglich.

"Mit dem am DRK Krankenhaus Lichtenstein verfügbaren fachärztlichen Personal lässt sich unter Berücksichtigung der rechtlichen Erfordernisse kein Dienstplan für die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin aufstellen", heißt es weiter.

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Es müsse sichergestellt sein, dass der Patient jederzeit und überall entsprechend dem Facharztstandard behandelt wird. Jede vermeidbare Gefährdung des Patienten muss ausgeschlossen sein.

Laut der Mitteilung gibt es noch einen weiteren Grund: "Da zum aktuellen Zeitpunkt kein Bescheid seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vorliegt, ist die Etablierung einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Krankenhausstandort Lichtenstein derzeit nicht möglich."

Abgesichert sei die Rufbereitschaft eines erfahrenen Facharztes. Diese Vorgehensweise ist laut dem Krankenhaus nicht neu, knapp ein Viertel der geburtshilflichen Stationen an sächsischen Krankenhäusern haben keine eigene Fachabteilung für Pädiatrie: "Auch dort stehen erfahrene Kinderärzte über ein Rufsystem zur Verfügung."

Kinderklinik Lichtenstein monatelanges Streitthema

Die Kinderklinik ist seit Monaten Streitthema in Lichtenstein. Lokalpolitiker stemmten sich gegen die Schließung, mit einer Petition kamen 26.000 Unterschriften zusammen.

Als das Haus dann die 24-Stunden-Betreuung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin auflösen und nur noch als Tagesklinik arbeiten wollte, ging die Stadt Lichtenstein mit einer Beschwerde beim Oberlandesgericht Dresden (OLG) dazwischen - und hatte damit vorerst Erfolg.

Titelfoto: Ralph Kunz

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