Deich wird ausgebaut: Zwickau bekommt besseren Hochwasserschutz
Zwickau - Im Zwickauer Stadtgebiet stehen umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen an. Die Landesdirektion hat eine Deicherneuerung genehmigt.
Entlang des rechten Ufers der Zwickauer Mulde soll zwischen Pölbitzer Brücke und Crossener Wehr der bestehende Deich ausgebaut werden. Die Maßnahmen finden auf einer Länge von insgesamt 1,8 Kilometern statt.
"Ergänzend dazu wird das Vorland abgesenkt, um dem Fluss bei Hochwasser mehr Raum zu geben. Ziel ist es, die angrenzenden Wohngebiete zuverlässig vor Hochwasserereignissen zu schützen, wie sie statistisch etwa alle 50 Jahre auftreten", teilte die Landesdirektion mit.
"Hochwasserschutz ist immer auch Schutz von Menschen, Heimat und Lebensgrundlagen", betont der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi (52). "In Sachsen haben wir erlebt, welche Folgen extreme Hochwasserereignisse haben können. Die Genehmigung ist ein erster wichtiger Schritt, um Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort künftig besser zu schützen und das Sicherheitsgefühl nachhaltig zu stärken", so Bélafi weiter.
Nicht nur der Deich soll ausgebaut werden, sondern auch das Vorland wird abgesenkt. Außerdem sind als Ergänzung bauliche Hochwasserschutzelemente vorgesehen, wo ein klassischer Deichbau nicht möglich ist.
Warum muss der vorhandene Deich ausgebaut werden?
"Der vorhandene Deich weist bauliche Defizite auf und bietet bei hohen Wasserständen keine ausreichende Sicherheit. Deichwege sowie Zufahrten fehlen gänzlich", heißt es von der Landesdirektion. Konkret besteht die Gefahr, dass ohne die Maßnahmen Crossen, Infrastruktur und Wohnbebauung überflutet werden könnten.
Die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahme wird aber noch ein wenig dauern. Mit den bauvorbereitenden Arbeiten wird frühestens Ende 2026 begonnen, mit der eigentlichen Bauausführung erst Mitte 2027. Weiterführende Planungsleistungen müssen europaweit ausgeschrieben werden.
Titelfoto: Ralph Kunz
