Surreale Schau: Salvador Dalí auf Schloss Waldenburg

Waldenburg - Diese Schau ist wahrhaft surreal! Auf Schloss Waldenburg hängen originale Dalís - und ihre jeweiligen Fälschungen einträchtig Seite an Seite. Trotzdem ist die einzigartige Ausstellung kein Fall für die Kripo - denn dort waren die kriminellen Dubletten schon und wurden von Spezialisten identifiziert.

Anja Straube zeigt ein gemischtes Doppel von Dalí: rechts die originale Druckgrafik, links eine Fälschung.
Anja Straube zeigt ein gemischtes Doppel von Dalí: rechts die originale Druckgrafik, links eine Fälschung.  © Maik Börner

Ina Klemm (44), die Leiterin der Waldenburger Tourismus GmbH, ist stolz auf den Kunst-Coup: "Eine Ausstellung, die Originale und Fälschungen von Salvador Dalí gegenüberstellt, gab es so noch nie."

Die Werke des exzentrischen Kunstgenies (1904-1989) gehören zu den am häufigsten gefälschten weltweit. "Experten schätzen, dass 90 Prozent der auf dem Kunstmarkt gehandelten Dalís nicht echt sind", so Klemm. Am häufigsten wurden die Druckgrafiken als Tuschezeichnungen nachgeahmt - oft mit erstaunlicher Perfektion.

Die insgesamt 75 echten und unechten Dalís stammen aus der Sammlung des baden-württembergischen Galeristen Helmut Rebmann.

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Fast zu jedem Paar gibt es einen kleinen Krimi zu erzählen. Klemm: "So hatte Helmut Rebmann gemeinsam mit drei weiteren Sammlern vor etwa 15 Jahren fünf zwei Millionen Euro teure Werke von Dalí gekauft, die sich im Nachhinein als Fälschung erwiesen."

Die Geschichten zu den Werken können Besucher bei den Sonderführungen erfahren. Die nächste findet am 18. Juli statt.

Marketingleiterin Anja Straube lädt zum "Tatort Dalí" auf Schloss Waldenburg ein.
Marketingleiterin Anja Straube lädt zum "Tatort Dalí" auf Schloss Waldenburg ein.  © Maik Börner
Rechts das originale Motiv "Don Quichotte" von 1957, links der falsche "Don Quichotte", der von Kunstsammler Rebmann irrtümlich gekauft wurde.
Rechts das originale Motiv "Don Quichotte" von 1957, links der falsche "Don Quichotte", der von Kunstsammler Rebmann irrtümlich gekauft wurde.  © Maik Börner
Eine Auflage der Polizei: Die Fälschungen müssen in der Ausstellung eindeutig sichtbar gemacht werden.
Eine Auflage der Polizei: Die Fälschungen müssen in der Ausstellung eindeutig sichtbar gemacht werden.  © Maik Börner

Der Eintritt in die Ausstellung und ins Schloss kostet 13 Euro, eine Führung 10 Euro. Die Sonderausstellung wird bis Ende September gezeigt: dienstags bis freitags, 10 bis 16 Uhr; samstags, 13 bis 17; sonntags, 11 bis 17 Uhr.

Titelfoto: Maik Börner

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