Vorserie in Sachsen entwickelt: Doch erst kämpft VW beim ID.3 gegen die "Kinderkrankheiten"

Zwickau/Dresden - Die sächsischen VW-Standorte entwickeln sich zu herausragenden Produktionsstätten im globalen Konzernverbund. Bester Beweis ist der neue ID.3, dessen Weltpremiere auf Anfang März datiert ist. Aktuell wird in Zwickau und Dresden die Nullserie gefertigt! Tag24 konnte das Auto bereits angucken.

Martin Goede (56), Standortleiter der Gläsernen Manufaktur.
Martin Goede (56), Standortleiter der Gläsernen Manufaktur.  © VW / Oliver Killig

Zu viel Glas ist auch nicht gut. "Während die Kollegen in Zwickau geheime Werkstatträume für die Vorserie haben, müssen wir hier jedes Modell abkleben", sagt Thomas Kunert (47) am Montagabend in der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

Der Ingenieur ist Leiter des Technischen Büros, also jener Abteilung, die die künftigen Autos von Hand baut, um Kinderkrankheiten abzustellen.

Vor uns steht der ID.3 PA. PA? "Produktaufwertung", erklärt der Chef der Gläsernen Manufaktur, Dr. Martin Goede (56). "Das meint Facelift", präzisiert schmunzelnd Jochen Tekotte als Sprecher für das Modell ID.3. Neu ist vor allem die Innenausstattung. "Denn daran gab es wohl die meiste Kritik", so der Sprecher.

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Die Kritik muss massiv gewesen sein. Denn das Facelift wurde um ein ganzes Jahr von 2024 auf 2023 vorgezogen. Stress für die Entwickler. "Die meisten Probleme beim Neuen hatten wir mit der neuen Frontschürze und der Software", gesteht ein beteiligter VW-Insider. Aber nach und nach bekam man das in den Griff.

Vom Band rollen soll der ID.3 PA zunächst in Sachsen, ab Herbst auch in Wolfsburg.

Der neue ID.3 soll Anfang März Weltpremiere feiern.
Der neue ID.3 soll Anfang März Weltpremiere feiern.  © Volkswagen AG / PR
Im VW-Werk Zwickau sowie in Dresden wird aktuell die Nullserie des ID.3 gefertigt.
Im VW-Werk Zwickau sowie in Dresden wird aktuell die Nullserie des ID.3 gefertigt.  © Kristin Schmidt

Der neue VW ID.3 - noch "knackiger" und "golfiger"

Wer jetzt einen ID.3 bestellt, bekomme laut VW-Sprecher Tekotte auf jeden Fall das neue Modell.
Wer jetzt einen ID.3 bestellt, bekomme laut VW-Sprecher Tekotte auf jeden Fall das neue Modell.  © Volkswagen AG / PR

Äußerlich hat das überarbeitete Modell diese Neuerungen: Die Waben vorn an der Nase sind weggefallen. Nun ist die Schnauze glatt. Durchgehend ist nun auch die Motorhaube. Der dunkle Absatz unterhalb der Scheibenwischer entfiel. Hinten stechen die neuen markanten Heckleuchten ins Auge. Auch die Sitze hat VW neu designt.

"Das Fahrzeug ist noch knackiger geworden", sagt Manager Goede. Sprecher Tekotte verwendet den Begriff „golfiger“. Auf elektronischer Habenseite stehen künftig - auch temporär - zubuchbare Tools. So soll es Spiele für die (Lade)Pause zwischendurch geben. Oder den lernfähigen Parkassistenten, der sich merkt, wie das Auto in die eventuell enge Parklücke daheim kommt. Auch am E-Routenplaner dürften künftige Fahrer Spaß haben.

Weniger lustig ist der neue Einstiegspreis. Der liegt bei 5 Euro unter 44.000 Euro. "Dafür sind aber auch viele Extras bereits serienmäßig enthalten, die früher nur mit Aufpreis zu haben waren", entgegnet die VW-Zentrale auf Nachfrage.

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"Wer jetzt einen ID.3 bestellt, bekommt auf jeden Fall das neue Modell", so Tekotte. Mit einer Auslieferung könne der Kunde Anfang des vierten Quartals 2023 rechnen.

Titelfoto: Volkswagen AG/PR/Kristin Schmidt

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