Wegen Wassermangels: Koberbachtalsperre droht riesiges Fischsterben

Werdau - Der Wassermangel in der Koberbachtalsperre (Landkreis Zwickau) bedroht nicht nur die Badesaison, sondern auch das Leben von Zehntausenden Fischen.

Uwe Weiland (61) vom Anglerverein Crimmitschau befürchtet, dass der Wassermangel in der Talsperre bald zu einem Fischsterben führt.
Uwe Weiland (61) vom Anglerverein Crimmitschau befürchtet, dass der Wassermangel in der Talsperre bald zu einem Fischsterben führt.  © Ralph Kunz

Weil es im Frühjahr kaum geregnet hat, füllt sich die Talsperre nur langsam. Jetzt schlagen Angler Alarm.

"Die Fische kommen an die Oberfläche und schnappen dort nach dem sauerstoffreicheren Wasser", sagt Uwe Weiland (61) vom Anglerverein Crimmitschau.

"Der Fischbestand ist auf einem Drittel der üblichen Wassermenge zusammengedrängt. Wenn die Wassertemperatur steigt, sinkt der Sauerstoffgehalt. Bei über 20 Grad wird es kritisch. Das könnte schon Anfang Juni der Fall sein", fürchtet Weiland.

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Betroffen wären 30 bis 50 Tonnen Fisch, schätzen die Angler.

Hätte das Fischsterben verhindert werden können?

Weil das Wasser zu wenig Sauerstoff hat, schwimmen die Fische direkt an der Oberfläche.
Weil das Wasser zu wenig Sauerstoff hat, schwimmen die Fische direkt an der Oberfläche.  © Ralph Kunz

Das Dilemma wäre vermeidbar gewesen, meinen die Angler, die das Gewässer als Pächter betreiben. Der Chemnitzer Anglerverband macht die Landestalsperrenverwaltung (LTV) verantwortlich.

"Seit Oktober war bekannt, dass der Absperrschieber kaputt war, die eigentliche Reparatur hat nur drei Wochen gedauert, die Ausschreibung Monate", schimpft Vize-Geschäftsführer Uwe Bochmann (61).

Die LTV teilte auf Anfrage mit, dass die Reparatur "planmäßig" verlaufen wäre, und erteilt auch der Forderung der Angler, schnellstens für einen zusätzlichen Sauerstoffeintrag zu sorgen, eine Absage: "Die Hege und Unterhaltung unterliegt dem Pächter. Die Landestalsperrenverwaltung steht unterstützend und beratend zur Verfügung."

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Rettung für die Fische könnte nur noch von ganz oben kommen: durch einen Wetterumschwung mit reichlich Regen.

Titelfoto: Ralph Kunz

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